100 Jahre Suchthilfe im Aargau Von der Trinkerfürsorge zur Anlaufstelle für alle Süchte

  • 1917 wurde die Aargauische Gesellschaft für Trinkerfürsorge gegründet.
  • 1985 wurde sie für den ganzen Suchtbereich geöffnet und umbenannt in Aargauischer Verein für Suchtprobleme.
  • 2006 wird der Verein in die Aargauische Stiftung Suchthilfe ags umgewandelt, diese ist mittels Leistungsvereinbarung mit dem Kanton nun in 10 von 11 Aargauer Bezirken tätig.
  • 2017 feiert die Suchthilfe ags ihr 100-jähriges Bestehen. Knapp 60 Mitarbeitende zählt die Stiftung heute.

Die Anfänge: Anfang des 20. Jahrhunderts war der Alkoholmissbrauch eine grosse Herausforderung. Das neu geschaffene Trinkerfürsorgegesetz war die Basis für die Gründung der Aargauischen Gesellschaft für Trinkerfürsorge im Jahr 1917. «Damals sah man die Lösung in der vollständigen Abstinenz», sagt Hans Jürg Neuenschwander, Geschäftsführer der Suchthilfe ags gegenüber SRF.

Dann kamen die Drogen: Ab 1985 kümmerte sich die Suchthilfe auch um Menschen mit anderen Drogenproblemen. Mit ein Grund für die Öffnung war der aufkommende Heroinkonsum. Die Suchthilfe setzte künftig vermehrt auch auf Prävention. Dies führte dazu, dass die Organisation grösser wurde und professioneller.

Joint wird mit Feuerzeug angezündet. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Bei den Beratungen geht es heute häufig um Cannabiskonsum. Keystone

Die Suchthilfe 2017: Heute kümmert sich die Suchthilfe einerseits um Angehörige, andererseits um Betroffene. Vermehrtes Augenmerk legt sie auf Jugendliche, die Drogen oder Alkohol testen und möglicherweise ein problematisches Konsumverhalten entwickeln. Weiter kümmert sich die Suchthilfe auch um Computer- oder Spielsüchtige. Bei den Substanzen ist Alkohol noch immer der häufigste Grund für eine Beratung, gefolgt von Cannabis.