Was tun mit militär-historischen Bauten in der Region?

In den Kantonen Aargau und Solothurn gibt es diverse militär-historische Bauten. Panzerbarrikaden aus dem Zweiten Welktrieg oder atomsichere Unterstände aus der Zeit des Kalten Krieges. Total sind es alleine im Aargau 1500 Bauten. Einige davon sollen als Museum genutzt werden.

Grenzsicherungsanlagen – Bunker oder Panzersperren – stehen im Aargau der Grenze, sprich dem Rhein entlang. Auch entlang von Limmat oder Aare stehen solche Abwehranlagen. Viele wurden im zweiten Weltkrieg gebaut. Diese Anlagen sind von der Grösse her weniger spektakulär als grosse Kasernen oder Waffenplätze, dennoch sind sie militär-historisch interessant, findet Titus Meier, Militärhistoriker und Mitglied einer kantonalen Arbeitsgruppe. Sie seien Zeitzeugen, die viel über den Abwehrgedanken und das Bild des Feindes erzählen, ist Meier überzeugt.

Die Arbeitsgruppe untersucht rund 500 der 1500 Objekte, die meisten davon aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs. Sie gibt Empfehlungen ab, wie man solche Militär-Objekte nutzen könnte. Zudem berät sie Gemeinden, Kanton und Private, was möglich ist und erklärt, warum die Bauten wertvoll sind. Bis 2014 will die Arbeitsgruppe ihre Empfehlungen fertig haben.

Vom Festungsmuseum Full-Reuenthal bis zum Windischer Bunker

Die Aargauer Sperrstelle Riburg-Kraftwerk, die Sperrstelle Reuenthal oder die Sperrstelle Gänsbrunnen im Kanton Solothurn sind militärische Denkmäler. So steht es auf der Liste des Bundes, auf welcher sämtliche erhaltenswerten Verteidigungsbauten stehen. Besonders bekannt ist das Aargauer Artilleriewerk Full-Reuenthal. Hier kümmert sich ein Verein seit über 20 Jahren um die historischen Bauten und hat ein Festungsmuseum eingerichtet.

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Bildlegende: Titus Meier, Grossrat, Militärhistoriker, Bezirksschullehrer und Mitglied der kantonalen Arbeitsgruppe. SRF

Viele Bauten erzählen eine Geschichte, sagt Militärhistoriker und Aargauer Grossrat Titus Meier. «Zum Beispiel die Geschichte des Pfarrhauses in Windisch. Hier mussten die Truppen einen Bunker bauen, um die Reuss zu überwachen. Weil kein Armierungseisen vorhanden war, nahm man kuzerhand das Eisentor des Pfarrhauses». Weiter gab es im Aargau Bachsperren in fast jedem Seitental. Diese sagen viel über das Abwehrverständnis von damals, erklärt Meier weiter.

Rund 10 Objekte eignen sich als Museum

Die kantonale Arbeitsgruppe hat die total 500 Bauten im Aargau aus dem Zweiten Weltkrieg auf rund 30 bis 50 Bauten reduziert. 10 davon soll man als Museum zugänglich machen. 20 bis 30 könnte man erhalten aber leer lassen. Mit Führungen könnte man diese zugänglich machen, schlägt die Arbeitsgruppe vor. Entscheiden kann sie nicht, hofft aber auf langfristige Lösungen.

Kanton, Gemeinden, Vereine oder gar Naturschutz-Organisationen könnten an den Bauten interessiert sein. Einige habe man bereits dem Festungsmuseum Reuenthal schmackhaft machen können, erklärt Titus Meier gegenüber dem Regionaljournal Aargau Solothurn von Radio SRF. Ob das Museum Aargau an den Bauten interessiert ist, ist noch offen. Eine Möglichkeit wäre das auf jeden Fall, sagt Meier im Gespräch weiter. Gewisse Bauten seien gute Lebensräume für Fledermäuse, und könnten deshalb auch für Naturverbände interessant sein. Hier sei man schon mit Vereinen im Gespräch.