Weniger Arbeitslose in der Region: Die Jungen finden wieder Jobs

Die Zahl der Arbeitslosen ist in den Kantonen Aargau und Solothurn im August 2014 leicht gesunken, im Gegensatz zum nationalen Trend. Wie üblich in den Sommermonaten ist die Anzahl arbeitsloser Jugendlicher gestiegen. Im nationalen Vergleich steht die Region aber besser da.

Im Kanton Aargau waren im August 9494 Personen als arbeitslos gemeldet, wie aus den Zahlen des Staatssekretariats für Wirtschaft (Seco) hervorgeht. Damit waren 26 Personen weniger gemeldet als noch im Juli. Auch im Kanton Solothurn ist die Zahl der Arbeitslosen gesunken: Um 27 Personen auf 3359.

Die Arbeitslosenquote liegt damit im Kanton Solothurn bei 2,3 Prozent und um 0,1 Prozentpunkte tiefer als im Juli. Im Aargau bleibt die Quote stabil bei 2,7 Prozent. Auch im Vergleich zum Vorjahr steht die Region gut da: Im Aargau ist die Quote im Vergleich zum August 2013 stabil, im Kanton Solothurn liegt sie in diesem Jahr sogar 0,3 Prozentpunkte tiefer.

Gegen nationalen Trend

In der gesamten Schweiz ist die Zahl der Arbeitslosen im August leicht angestiegen. Angestiegen ist aus saisonalen Gründen vor allem die Zahl der jugendlichen Stellensuchenden. Dieser Trend ist auch in unserer Region spürbar, wie die kantonalen Ämter mitteilen.

Allerdings: Der Effekt sei geringer als in früheren Jahren, erklärt Jonas Motschi vom Solothurner Amt für Wirtschaft und Arbeit gegenüber SRF. «Es gibt immer noch ein grosses Angebot an Lehrstellen, was sehr erfreulich ist. Gleichzeitig findet ein demografischer Wandel statt: Es gibt weniger Schul- und Lehrabgänger als noch vor fünf oder zehn Jahren.» Diese Umstände helfen mit, dass die Zahl der jugendlichen Arbeitslosen in der Region relativ tief bleibe, so Motschi.

Lehrbetriebe behalten ihren Nachwuchs

Ein dritter Aspekt: «Viele Lehrabgänger in handwerklichen und industriellen Berufen bleiben nach dem Lehrabschluss bei ihrem Lehrbetrieb weiter beschäftigt», erklärt Jonas Motschi. Damit würden die Firmen dem Fachkräftemangel entgegenwirken. «Sie fördern den eigenen Nachwuchs, was sehr zu begrüssen ist.» Einen weiteren positiven Einfluss auf die Arbeitslosenzahlen hat die immer grösser werdende Maturitätsquote.

RAV in Suhr Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Im Aargau besuchten im August leicht weniger Personen die Regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV). Keystone

«Immer mehr Jugendliche wählen den Bildungsweg über die Maturität», so Motschi. Er will diesen Trend nicht werten: «Es gibt halt auch immer mehr Berufe, die eine Maturität verlangen, zum Beispiel im Bereich Gesundheitswesen oder Pädagogik.»

Insgesamt will Motschi aber die August-Zahlen nicht allzu hoch bewerten. Er freut sich zwar über den positiven Trend, betont aber auch, dass die Zahlen insgesamt sehr stabil seien. «Das gilt für die ganze Schweiz, aber auch für unsere Region.» Das Quoten-Minus von 0,1 Prozent im Kanton Solothurn sei auch «durch Rundungsdifferenzen» erklärbar. Das heisst: Ein Stück weit sind die erfreulichen Nachrichten auch statistische Zufälligkeit.