Asylunterkünfte im Aargau Weniger Personal, neue Firma: Sicherheit kostet weniger

Gute Nachrichten für die Aargauer Staatskasse: Die Bewachung von Asylunterkünften kostet künftig nur noch rund halb so viel wie vor einem Jahr. Die Aargauer Regierung beantragt einen Kredit von 3,6 Millionen Franken jährlich ab 2018.

Damit sinken die Kosten massiv: 2016 kostete die Sicherheit in und um Asylunterkünfte im Kanton noch 6,8 Millionen Franken gemäss Botschaft des Regierungsrats.

Es gibt Gründe für die tiefen Kosten:

  • Die Lage im Asylbereich habe sich «stabilisiert», es sei mit weniger Asylsuchenden zu rechnen als in Vorjahren. Die grosse kantonale Asylunterkunft in Zofingen wurde geschlossen, ebenso die Unterkünfte im Untergrund der Spitäler Aarau und Baden. Die Sicherheitslage in anderen Asylunterkünften habe sich verbessert. Deshalb verzichtet man künftig auf Patrouillen in den Gemeinden Birr, Holderbank, Wohlen, Villmergen, Rekingen und Stein.
  • Der Auftrag wurde neu ausgeschrieben. Künftig ist die Firma Verkehrsüberwachung Schweiz (VüCH), Sicherheitsdienst Gubelmann AG aus St. Gallen zuständig. Die bisherige Dienstleisterin Securitas verliert einen Grossauftrag. Der neue Anbieter arbeite mit einem tieferen Stundenansatz, heisst es im Bericht. Die AZ Medien berichteten Anfang Jahr über Kritik an dieser Sicherheitsfirma durch die Gewerkschaft Unia.
Securitas beim Eingang Torfeld Süd Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Die Firma Securitas verliert einen Grossauftrag im Aargau: Künftig bewachen andere die Asylunterkünfte. SRF

Private Sicherheitsleute werden seit rund fünf Jahren verstärkt eingesetzt in und um Asylunterkünfte im Aargau. Im Erstaufnahmezentrum Torfeld in Buchs gibt es auch weiterhin Zutrittskontrollen, am Abend und an Wochenenden werden auch die Aus- und Eingäge der Unterkunft in Oftringen bewacht – dort sind Menschen untergebracht, die ausreisen müssen.

Es ist auch eine Sparmassnahme

Rund um die Uhr steht Sicherheitspersonal in den beiden Unterkünften für minderjährige Asylsuchende in Suhr und Menziken im Einsatz. Im Raum Aarau gibt es zudem Präventionspatrouillen in den Quartieren. Der Aufwand reduziert sich im Vergleich zu 2016 trotzdem um rund 20 Vollzeitstellen (siehe Tabelle).

Aufwand und Kosten Sicherheit im Asylbereich

Kosten 2016
Kosten 2018
Aufwand 2016
Aufwand 2018
6,8 Millionen Franken
3,6 Millionen Franken
62,5 Vollzeitstellen
42,3 Vollzeitstellen

Die Regierung schreibt in ihrer Botschaft an das Parlament, es brauche eine «kritische Auseinandersetzung über den Bedarf und das Ausmass von Sicherheitsdienstleistungen». Nicht nur, weil die Asylzahlen abnehmen, sondern auch wegen der knappen Kantonsfinanzen.

Aus ihrer Sicht reichen die neuen Pläne aus, um «die berechtigten Sicherheitsbedürfnisse» von Anwohnern in den Gemeinden und den Bewohnern der Unterkünfte zu erfüllen. Der Entscheid darüber liegt nun beim Grossen Rat: Er wird den tieferen Kredit für die nächsten vier Jahre voraussichtlich im August beraten.