Neue Ausstellung Wie der Gründer von «New Aarau» scheiterte

«New Aarau» hätte eine gerechtere Welt werden sollen. Dies war die Utopie des Aarauer Auswanderers Andreas Dietsch, als er sich 1844 auf den Weg nach Amerika machte. Nur wenige Monate später war er gescheitert. Eine neue Ausstellung widmet sich Dietschs Weg und Utopie.

Eine neue Ausstellung in Schöftland widmet sich dem Leben und der Utopie des Aarauer Auswanderers Andreas Dietsch. Ausstellungsmacher Bruno Schlatter kam per Zufall auf Dietsch: «Ich wohne an der Pelzgasse 26 in Aarau, und habe dort eine Utopie geschrieben. Ein paar Jahre später bin ich darauf gestossen, dass anno 1840 Andreas Dietsch im gleichen Haus ebenfalls eine Utopie geschrieben hat.»

Die Utopie von Dietsch und der Versuch diese in Amerika umzusetzen, haben Schlatter fasziniert: «Ich nehme für mich den Mut mit, sich zu trauen, für seine Utopie zu leben», sagt Schlatter im Interview mit Radio SRF. Aus der Faszination ist eine Ausstellungsreihe entstanden. Der dritte Teil davon wird am Sonntag in Schöftland eröffnet.

Ort der Ausstellung ist «Noseland», der von Bruno Schlatter gegründete utopische Kleinst-Staat. Schlatter hat das Land in Schöftland geerbt, und hat sich zum König des 30 x 70 Meter grossen Landes ausgerufen.

Andreas Dietsch scheiterte mit «New Aarau»

Die Utopie:
Der Aarauer Andreas Dietsch schrieb um 1840 eine Utopie. Er entwarf eine gerechte, solidarische und friedliche Gesellschaft. Im Sinne des aufkommenden Frühsozialismus sollte diese auf einer Gütergemeinschaft basieren, was zusammen erwirtschaftet wird, sollte zusammen geteilt werden.

Die Realität:
Andreas Dietsch war Bürstenbinder. Das war eines der ersten Gewerbe, das durch die Industrialisierung bedroht wurde. Weil er um seinen Lebensunterhalt fürchtete, beschloss er auszuwandern.

Die Auswanderung:
1844 wanderte Dietsch zusammen mit 42 anderen Männer, Frauen und Kindern nach Amerika aus. Es gelang den Auswanderern ein Stück Land zu kaufen, auf dem sie «New Aarau», die Hauptstadt von «New Helvetia» gründen wollten.

Das Scheitern:
Nur gut die Hälfte der Auswanderer kamen in «New Aarau» an, die anderen waren vorher abgesprungen. Es fehlten Handwerker, z.B. ein Zimmermann, der ein Haus hätte bauen können. Die Auswanderer hatten Pech mit Wetter und Krankheiten. Und schliesslich führte die Umsetzung der Utopie zu Streit. Als Andreas Dietsch nur wenige Monate nach der Ankunft starb, starben auch «New Aarau» und «New Helvetia» mit ihm.