«Wie ein Autofahrer, der einen Schleuderkurs besucht»

Fluglärm: Ein Reizwort für viele Personen. Kunstflug-Schweizermeister Isidor von Arx aus Egerkingen ist sich der Problematik bewusst. Seine Leidenschaft diene auch der Sicherheit, ist er überzeugt.

«Fliegen zum Spass ist auch Fliegen zur Sicherheit», so Isidor von Arx. Er kenne viele Linienpiloten, welche in ihrer Freizeit als Kunstflieger unterwegs seien. Ihr Hobby diene somit auch den Flugpassagieren. Auch er sei zum Kunstfliegen gekommen, weil er nach dem Erlangen der Privatpiloten-Lizenz ein Flugzeug sicher beherrschen wollte. «Wie ein Autofahrer, der einen Schleuderkurs besucht.»

Warum sich einige Leute über den Lärm einiger Flugzeuge aufregten, das könne er nicht genau nachvollziehen, findet von Arx. Kunstflugpiloten seien sich ihrer Lärmemissionen bewusst und würden alles unternehmen, dass diese so klein wie möglich seien. Er selbst fliege zum Beispiel nie an Sonntagen – obwohl dies erlaubt wäre. Zudem reise er extra für Trainings in der Luft ins Ausland.

Vorbereitung wie ein Skirennfahrer

Auch das Training finde vor allem am Boden statt. Pro Jahr sei er rund zwanzig bis 25 Stunden in der Luft, zehn bis zwanzig Mal mehr Zeit nehme aber das Üben ohne Flugzeug ein. «Wie Skirennfahrer vor der Abfahrt gehen wir Piloten unseren Flug mehrmals im Kopf durch. Vom Start bis zur Landung und alle Figuren machen wir alles mental – damit in der Luft alles möglichst automatisch abläuft.»

Loopings, Rollen und andere Kunststücke in der Luft seien nicht gefährlich, weil alle Piloten gut ausgebildet seien, findet Isidor von Arx. Er selbst fliegt seit rund 15 Jahren mit Kunstflugmaschinen. An die G-Kräfte, welche auf den Piloten wirke, habe auch er sich zuerst gewöhnen müssen. Erst nach einigen Jahren habe er sich dann an schwierigere Manöver gewagt. Manöver, bei denen ein Vielfaches der üblichen Kraft auf den menschlichen Körper wirkt.

Alle Ferien für den Kunstflug

Für seine grosse Leidenschaft wendet Isidor von Arx fast jede freie Minute auf. Alle Ferien des Informatikers gehen für Wettkämpfe oder Trainings im Ausland drauf. «Ich finanziere zudem fast alles selber, was ich mache.» Sponsoren für den Kunstflug seien in der Schweiz rar. Uhrenfirmen sponserten nur einige Wettkämpfe – etwa die Hamilton Trophy, welche am 2. Juli in Grenchen stattfindet.