8 Franken Stundenlohn auf Baustellen in Basel und Allschwil

Die Gewerkschaft Unia macht einen Fall von Lohndumping in Allschwil öffentlich. Betroffen sind drei Gipser aus Ungarn: Sie sollen für nur 8 Franken Stundenlohn gearbeitet haben und so innerhalb von fünf Monaten um insgesamt fast 50'000 Franken Lohn gebracht worden sein.

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Bildlegende: Die Gewerkschaft Unia fordert mehr Kontrollen auf den Baustellen. Keystone

Ein ungarischer Gipser verletzte sich Mitte Juni auf einer Baustelle in Allschwil an der Hand. Sein Chef wollte den Arbeiter statt zum Arzt zurück in seine Heimat schicken. Der Arbeiter meldete sich darauf zusammen mit zwei Arbeitskollegen bei der Gewerkschaft Unia. Diese macht nun den Fall öffentlich.

Die drei ungarischen Gipser waren angestellt bei einer Firma aus Winterthur, die einem ungarischen Staatsbürger gehört. Er zahlte einem seiner Angestellten einen Stundenlohn von weniger als 8 Franken - die anderen zwei erhielten unwesentlich mehr Geld. Gemäss geltendem Gesamtarbeitsvertrag müsste ein Gipser jedoch rund 32 Franken Stundenlohn erhalten.

Schweizer Firma rekrutiert Billigarbeiter im EU-Raum

Neu an diesem Fall sei das Konstrukt, so die Gewerkschaft Unia: Involviert sind nicht ausländische Firmen, sondern eine in der Schweiz gegründete Firma, die übers Internet Arbeiter im EU-Raum rekrutiert und hier beschäftigt. In Fällen wie diesem, moniert die Unia, griffen flankierende Massnahmen wie die Baustellenkontrollen der Sozialpartner nicht: Sie werden nur bei ausländischen Firmen vorgenommen.

Die Gewerkschaft Unia zeigt sich in einer Medienmitteilung empört über «viel zu tiefe Löhne» und kritisiert, dass die drei Gipser überdies «viel zu viel gearbeitet» hätten: 60 Stunden pro Woche. Sie fordert mehr und effektivere Kontrollen auf den Baustellen.