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Basel Baselland Analyse nach den Baselbieter Wahlen: Weber mobilisierte besser

4‘621 Stimmen hat Thomas Weber zugelegt im Vergleich zum ersten Wahlgang. Wie hat er das geschafft? Und wo hat er die Stimmen geholt, beziehungsweise wo hat Eric Nussbaumer die Stimmen verloren?

Zahlentabelle aller Bezirke
Legende: Thomas Weber (SVP) holte in allen Baselbieter Bezirken mehr Stimmen als Eric Nussbaumer (SP) zvg

Zwei Aspekte fallen bei der Betrachtung der Wahlergebnisse auf. Zum einen ist augenfällig, dass Eric Nussbaumer zwar verloren hat, aber gar nicht schlechter abschnitt als im 1. Wahlgang, als er noch vorne lag. Sondern er hat 659 Stimmen dazu gewonnen. Thomas Weber aber hat stolze 5‘648 Stimmen zugelegt. Der zweite Punkt, der auffällt, ist, dass Thomas Weber 3‘069 der Stimmen im Bezirk Arlesheim geholt hat.

Auf der Überholspur

Thomas Weber ist es offensichtlich gelungen, Wähler und Wählerinnen zu mobilisieren. Polit-Beobachter Roger Blum mit einer möglichen Erklärung: «Die bürgerliche Zusammenarbeit hat sehr gut funktioniert. Es sind drei Aspekte, die gespielt haben: Umsicht, Absicht und Taktik.» Mit Umsicht meint Roger Blum, dass die SVP den richtigen Kandidaten ausgewählt hat. «Thomas Weber ist punkto Temperament und Stil ein untypischer SVP-Politiker.» Zwar politisiere er aus SVP-Linie, aber er signalisiere stets Kompromissbereitschaft und Verständnis. Dank diesem Auftreten sei er sehr breit wählbar gewesen.

Klare Absicht

Zudem sei es von den Bürgerlichen clever gewesen, sich zusammenzutun und sich gegenseitige Ämter zu versprechen. Damit sei das Vertrauen gewachsen, so Blum. Und dann habe auch noch die Taktik gestimmt. «Die SVP hat einen Lagerkampf geführt und die Angst vor einer rot-grünen Mehrheit geschürt.»

Blieb junge Wählerschaft daheim?

Weshalb Thomas Weber insbesondere im Bezirk Arlesheim so viele Stimmen gewinnen konnte – ausgerechnet jener Bezirk, in dem Eric Nussbaumer im ersten  Wahlgang noch die Nase vorne hatte – darüber kann Roger Blum nur spekulieren. Es habe wohl mit der Wahlbeteiligung zu tun. Diese ist mit 37 Prozent tiefer als im Oberbaselbiet. «Es sind wohl junge, mobilere und sozialere Wähler und Wählerinnen nicht an die Urne gegangen», so Blum. Diese Stimmen hätten Nussbaumer gefehlt.

Dass am Wahlsonntag nicht auch noch Abstimmungen waren, habe Nussbaumer geschadet. Wer hat die Stimmen der GLP bekommen? Bleibt noch die Frage nach den 4‘317 Stimmen, die im ersten Wahlgang an den glp-Kandidaten Gerhard Schafroth gingen. Wer hat diese bekommen? Eric Nussbaumer, wie von der glp empfohlen? Die Wahlergebnisse geben darüber keinen Aufschluss. Beispiel Allschwil: Dort erhielt Gerhard Schafroth 398 Stimmen. Im 2. Wahlgang konnte Thomas Weber in Allschwil 523 Stimmen dazu gewinnen, Eric Nussbaumer 123. Die Wählerschaft hat sich also nicht einfach verlagert, sondern hat sich neu zusammengesetzt.

Was wäre wenn…

… Gerhard Schafroth im 1. Wahlgang gar nie angetreten wäre? Roger Blum ist sich ziemlich sicher, «dass Eric Nussbaumer gewonnen hätte.» Damals sei er noch bekannter gewesen. Die Zeit habe für Thomas Weber gespielt. Eric Nussbaumer habe seinen Bekanntheitsgrad im 1. Wahlgang ausgeschöpft, Thomas Weber hingegen konnte noch viel erreichen.

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4 Kommentare

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  • Kommentar von R.Anderegg, Zürich
    Och so lustig, die $P macht andauernd Stimmung gegen Andersdenkende, nicht bloss bei Wahlen.
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  • Kommentar von F.Herder, Bottmingen
    Ein Kollege von mir im Waldenburgertal hat vor den Wahlen 2 Briefe erhalten - einmal von den Freunden der BL-Wirtschaftskammer und einmal vom Gemeindepräsident (FDP) höchstpersönlich. In diesen Briefen wird unverblümt gegen Nussbaumer Stimmung gemacht, dass es einem die Haare sträubt. Auf diese Weise wird die Demokratie zu Grabe getragen. Ich bin nicht mehr überzeugt, dass bei uns alles mit rechten Dingen und fair zugeht.
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    1. Antwort von Michael Hunziker, 4456 Tenniken
      Seit meiner Volljährigkeit (immerhin 34 Jahre) habe ich ausser Maja Graf immer nur sozialdemokratisch gewählt! Keinen Stimm-/Wahltermin verpasst!! Nun habe ich die Schnauze gestrichen voll vom Sozi-Gejammere. Thomas Weber gehört zwar zur falschen Partei; im möchte ich aber gratulieren. Eric Nussbaumer und seinen Genossen muss ich sagen: "Selber schuld!" Die Rechte hat mobilisiert, die Linke sich nach dem ersten Wahlgang zurückgelehnt. So ist das Leben. Azeptiert es und hört auf zu jammern.
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    2. Antwort von R.Anderegg, Zürich
      Nö Herr Hunziker, es lag nicht an der Mobilisierung, da Herr Wolf in Zürich bei gerade mal 28% Wahlbeteiligung gewählt wurde. Nussbaumer ist einfach nicht kompetent und ein Einthemenpolitiker.
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