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Basel Baselland Arxhof-Chef Renato Rossi: «Ich werde die Geborgenheit vermissen»

Nach 16 Jahren als Direktor des Massnahmezentrums Arxhof geht Renato Rossi in Pension. Der Abschied falle ihm schwer, jedoch sei es auch eine Erleichterung, die grosse Verantwortung abgeben zu können.

Arxhof-Chef Renato Rossi
Legende: Verlässt den Arxhof nach über 20 Jahren: Renato Rossi Keystone

«Das Amt als Direktor ist ein Schleudersitz», erklärt Renato Rossi. Der Arxhof ist eine offene Anstalt, Gitter oder Mauern gibt es keine. Entsprechend gross ist das Risiko, dass die jugendlichen Straftäter flüchten könnten. «Ich hatte viel Glück, während meiner Amtszeit ist nichts passiert, dass in meiner Verantwortung lag», so Renato Rossi gegenüber dem «Regionaljournal Basel» von Radio SRF.

Geborgenheit statt Gitter

Die Offenheit des Arxhofs sei ein Erfolgskonzept, ist Rossi überzeugt. Wenn man den jungen Menschen Wertschätzung entgegenbringe und ihnen eine Perspektive gebe, dann brauche es keine Gitter. «Es ging mir immer darum, den Arxhof-Bewohnern eine emotionale Heimat zu geben.» Fühle sich jemand zugehörig, dann fliehe er nicht.

Es ging mir immer darum, den Arxhof-Bewohnern eine emotionale Heimat zu geben.
Autor: Renato RossiDirektor Arxhof
Isaac Reber und Renato Rossi mit der gleichen Geste hinter einem SRF-Mikrophon
Legende: Zwei, die es gut konnten miteinander: Sicherheitsdirektor Isaac Reber und Renato Rossi SRF

Dass das Konzept funktioniere, das beweise die tiefe Rückfallquote. Sie liege bei niedrigen 26 Prozent, so Rossi. Die Abbruchsqoute liege hingegen bei 40 Prozent. Dies habe jedoch andere Gründe, meint Renato Rossi: «Eine Massnahme dauert länger als ein Freiheitsentzug. Wenn nun ein junger Straftäter eine Massnahme abbricht, und die Zeit, die er im Freiheitsentzug verbingen müsste schon vorbei ist, dann muss er nicht ins Gefängnis, sondern ist frei. Das ist wirklich eine sehr grosse Verlockung, das muss ich schon sagen.»

Farbkonzept und Ästhetik

Zu Renato Rossis Prägung gehört auch, dass er stets grossen Wert auf Ästhetik legte. «Ein schönes Umfeld hilft», so Rossi. Er, der selbst Kunst studiert hat, hat ein Farbkonzept für den Arxhof entwickelt und er liess den Aussenbereich neu gestalten. «Schönheit bewirkt Ehrfurcht und somit eine Verhaltensveränderung.»

Er werde das Zusammengehörigkeitsgefühl und die Geborgenheit des Arxhof vermissen. «Wir arbeiten hier sehr dicht zusammen, dieses Netzwerk wird mir fehlen.» Aber er habe bereits viele Pläne für den neuen Lebensabschnitt, der ihn nun erwartet: «Ich will mir ein Schiff kaufen und Kanäle von Europa bereisen. Das ist schon lange ein Traum.» Manchmal werde er mit Motor fahren - manchmal werde er sich einfach treiben lassen.

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