«Basel ist keine Steuerhölle»

Zu Gast im «Wahlzmorge» ist Harald Friedl vom Grünen Bündnis. Er redet über Liebesbeziehungen in der Politik, verdichtetes Bauen, Grünräume und über eine Steuerhölle.

Er sei ein klassischer Grüner, sagt Harald Friedl vom Grünen Bündnis über sich selbst. Und so kam er denn nicht nur mit dem Velo ins Radiostudio auf dem Bruderholz, sondern auch noch im grünen Hemd. «Für mich gibt es kein anderes Fortbewegungsmittel», sagt er. Trotzdem seien die Grünen nicht autofeindlich. Friedl wehrte sich gegen den Vorwurf, in den letzten Jahren seien in Basel Parkplätze verschwunden. Diese seien nicht verschwunden, sondern einfach unter den Boden verlegt worden.

Die neuste Steuerstatistik belege, dass Basel dank finanzkräftiger Zuzüger mehr Steuern einnehme, als durch den Wegzug von Einwohnerinnen und Einwohnern wegfalle. «Basel ist keine Steuerhölle, wie die Bürgerlichen immer behaupten, sondern auch für den Mittelstand sehr attraktiv», ist Friedl überzeugt. Dass es Basel so gut gehe, dafür sei die Rot-Grüne Regierung verantwortlich. Schliesslich habe diese die Rahmenbedingung für eine prosperierende Wirtschaft geschaffen. Die Bürgerlichen würden zwar immer behaupten, unter ihnen hätte sich die Wirtschaft noch besser entwickelt, ein Blick ins Baselbiet mit seiner bürgerlichen Regierung aber zeige, dass diese weniger erfolgreich sei.

«  Auch auf dem Bruderholz braucht es bezahlbare Wohnungen. »

Harald Friedl
Co-Präsident der Grünen Basel-Stadt

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Das Grüne Bündnis BS

Das Grüne Bündnis besteht aus zwei verschiedenen Parteien: der Grünen Partei und Basels starker Alternative (BastA!). Die Grünen versuchen sich dabei vor allem mit Umwelt- und Verkehrsthemen zu profilieren. BastA! setzt sich stark für soziale Anliegen ein – zum Beispiel für den Bau von günstigen Wohnungen. Bei Wahlen spannen die Parteien zusammen.

Das Bündnis zwischen den Grünen und der Linksaussen-Partei Basta funktioniere gut. Eine Liebesbeziehung aber sei es nicht, dies hebe man sich fürs Private auf. Die Differenzen im Bündnis seien auszuhalten, wenn zum Beispiel Basta-Mitglieder den Grünen Regierungspräsidenten Guy Morin kritisieren würden, er nehme zu wenig Rücksicht auf sozial Schwächere. «Uns verbindet mehr als uns trennt», sagt Friedl.

Die grössten Unterschiede zwischen Basta und Grünen zeigten sich bei der Stadtentwicklung. Dort sei man sich nicht immer über einig, welche Mittel die richtigen seien. So möchten die Grünen Grünzonen am Stadtrand erhalten und würden sich im Gegenzug konsequent für verdichtetes Bauen im Stadtzentrum einsetzen, zum Beispiel auch für den Bau des Claraturms.

Einig sei man sich zwischen den Bündnispartnern hingegen, dass in der Stadt bezahlbare Wohnungen gebaut werden sollen und nicht Luxuswohnungen. Zudem sei er gegen Sozialsiedlungen. Im Gegenteil: Basel brauche eine stärkere Durchmischung, gerade in den Quartieren. Es dürfe nicht sein, dass zum Beispiel auf dem Bruderholz fast nur Besserverdienende wohnen würden. «Auch auf dem Bruderholz braucht es bezahlbare Wohnungen.»

Sätze ergänzen mit Harald Friedl (Grüne)

Meine grösste ökologische Sünde ist...
...ein Flug in die USA im letzten Jahr.
Ein Hundepark auf dem Marktplatz...
...ist unnötig.
Das Bettelverbot in Basel ist...
...abzuschaffen.
Wenn ein Schüler seiner Lehrerin den Handschlag verweigert...
...muss man dies von Fall zu Fall anschauen.


bs Wählerstärke des Grünen Bündnis im Grossen Rat Wähleranteil in Prozent. Kanton Basel-Stadt