Baselbieter Kirchen bangen um Millionen wegen Steuerreform

Falls die Bevölkerung der Unternehmenssteuerreform zustimmt, so verlieren die Landeskirchen im Kanton Baselland Steuereinnahmen in Millionenhöhe. Die Kirchen warnen jetzt, dass sie dann sich viele soziale Projekte nicht mehr leisten könnten.

Kirchturm von Liestal in Ochsenrot Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Die Baselbieter Landeskirchen müssen sparen, falls die Unternehmenssteuerreform kommt. Paul Menz

Betroffen von massiven Steuerausfällen wären alle drei Landeskirchen. Martin Stingelin von der reformierten Kirche Baselland spricht von 20 Prozent, die im Budget fehlen würden respektive eineinhalb Millionen Franken. Diese Steuerausfälle zwinge die Kirche zu sparen: «Wir versuchen unser Engagement überall ein wenig runter zu fahren. So gefährden wir keine Institution in ihrer Existenz.»

Ähnlich tönt es bei der römisch-katholischen Kirche Baselland. Es seien mehrere hunderttausend Franken, die die Kirche weniger einnehmen werde», sagt Martin Kohler, Medienbeauftragter der römisch-katholischen Kirche Basellandschaft: «Betroffen wären neben sozialen Institutionen, die wir unterstützen, auch die Seelsorge in den Gefängnissen und im Spital.» Auch das Pfarramt für Industrie und Wirtschaft wäre direkt betroffen.

Auch Hannes Felchlin, Vizepräsident der Christkatholischen Landeskirche Basel-Landschaft rechnet mit 20 Prozent weniger Einnahmen. Allerdings könne man einen Teil dieses Steuerausfalls kompensieren: «Unsere Mitgliederzahlen steigen tendenziell eher wieder. Dies führt dazu, dass unsere Einnahmen der Mitglieder auch wieder steigen», sagt Felchlin.

Kirchen wollen jetzt Geld vom Kanton

Am 21. September 2016 soll nun ein Gespräch zwischen Vertretern der Landeskirchen und dem höchsten Kassenwart des Kantons Baselland, Regierungsrat Anton Lauber, stattfinden. Dabei soll es auch darum gehen, dass die Kirchen in den Genuss von Ausgleichszahlungen kommen, die der Bund den Kantonen wegen der Steuerausfälle gewähren will.

Gegen die geplante Unternehmenssteuerreform wurde auf nationaler Ebene von linken Parteien das Referendum ergriffen. Trotz massiver Steuerausfälle für die Landeskirchen konnte sich bis jetzt keine der Landeskirchen dazu durchringen, dieses Referendum zu unterstützen.

(Regionaljournal Basel, 17.30 Uhr)