Zum Inhalt springen

Basel Baselland Baselbieter Künstler bricht Tabu und lässt Messies sprechen

Messies sprechen nicht gerne über ihre Last. Noch weniger gerne geben sie etwas von ihren vielen gesammelten Stücken her. Der Baselbieter Künstler Markus Zaugg hat es geschafft. Ihm gaben mehrere Messies etwas her, und er schuf daraus eine Skulptur.

Skulptur aus Besteck, Golfschläger, Fotoapparaten und vielem Mehr in einem Vorgarten in Binningen.
Legende: Skulptur aus Sammelstücken von Messies, von Markus Zaugg. SRF, Vanda Dürring

Etwa ein halbes Jahr habe er gebraucht, um Vertrauen aufzubauen, sagt Markus Zaugg. Dann aber hätten sich die Menschen geöffnet und liessen ihn sogar in die Wohnung. Einige gaben ihm auch ein paar Stücke mit, wenn auch schweren Herzens.

Messies eine Stimme geben

Aus diesen schuf Markus Zaugg die Skulptur: mit altem Besteck, Fotoapparaten, Spielsachen und sogar aus alten künstlichen Gelenken. «Um vieles musste ich kämpfen, sehr kämpfen», sagt Zaugg an der Enthüllung seiner Skulptur. Er habe den Messies eine Stimme geben wollen, ein Tabu brechen.

Dies scheint ihm gelungen zu sein. Im Publikum waren einige der Messies anwesend. Sie freuten sich, als sie einige ihrer alten Sachen in der Skulptur wiederfanden. Einige verloren dabei ihre Hemmung und sprachen über ihre Last.

Der kleine Messie

«Es ist immer ein Tabu, für alle, dabei steckt in jedem ein kleiner Messie», meint eine betroffene Frau. Ein Mann gibt zu, dass er leider ein Messie sei, und zu viele Sachen, vor allem Werkzeug in seiner Wohnung horte.

Die Skulptur von Markus Zaugg wurde am Samstag in einem Binningen Wohnquartier enthüllt. Sie steht in einem Vorgarten eines Hauses.

(Regionaljournal Basel, 17.30 Uhr)