Baselbieter Kulturchef in Sparzeiten gesucht

Die Baselbieter Regierung hat einschneidende Sparmassnahmen im Kulturbereich angekündigt. Einerseits will die Regierung bei der Kultur im Baselbiet sparen, anderseits weniger an die Kultur im Nachbarkanton Basel-Stadt zahlen. Und jetzt sucht die Kulturdirektorin auch noch einen neuen Kulturchef.

Aufführung im Amphitheater August Raurica Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Die Abteilung Kulturelles BL ist am Theater Augusta Raurica als Co-Produzent beteiligt. Augusta Raurica, Susanne Schenker

Die Suche nach einer Nachfolge für den langjährigen Kulturamtsleiter Niggi Ullrich wäre auch in gewöhnlichen Zeiten keine leichte Aufgabe. Im Moment dürfte die Suche aber noch schwieriger sein, weil die Baselbieter Regierung vor ein paar Monaten angekündigt hat, sie wolle massiv sparen, auch bei der Kultur.

Der Zeitpunkt sei tatsächlich ungünstig, sagt SP-Landrat Christoph Hänggi. Hänggi ist Präsident der Bildungs-, Kultur- und Sportkommission des Landrats. «Es wird sich sicher niemand bewerben, der etwas bewirken will in unserem Kanton.» Es würden sich Leute bewerben, die einfach den Sparauftrag der Regierung umsetzen würden, sagt Hänggi. Optimistischer sieht es Kommissionskollegin Marianne Hollinger (FDP). Der Job sei eine interessante Herausforderung für Kulturschaffende, ist Hollinger überzeugt. «In schwierigen Zeiten ist es wichtig, gute Leute mit Ideen zu haben.»

Die Stelle des Kulturamtsleiters oder Kulturamtsleiterin hatte Anfang Jahr schon der damalige Bildungs- und Kulturdirektor Urs Wüthrich (SP) ausgeschrieben und auch eine Bewerberin oder einen Bewerber ausgewählt. Monica Gschwind, Wüthrichs Nachfolgerin, stoppte das Verfahren aber. Sie habe sich erst im Spätsommer ein Bild gemacht über die Anforderungen für die Leitung der Kulturabteilung, schreibt Monica Gschwind in einem Mail. Für Kulturkommissionspräsident Christoph Hänggi hingegen ist klar: Damals wäre es leichter gewesen jemanden zu finden, der sich im Kanton Baselland für Kultur einsetzen will.