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Lehrerinnen mit Migrationshintergrund sind eine Rarität
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Baselbieter Schulen Es gibt nur wenige Lehrerinnen mit Migrationshintergrund

Neue Zahlen zeigen: Nur jede 13. Lehrkraft hat einen ausländischen Pass. Dies soll sich ändern, wird in einem Vorstoss im Landrat gefordert.

Jeder vierte Schüler, jede vierte Schülerin im Baselbiet hat einen ausländischen Pass. Ausländische Lehrer dagegen sind eine Rarität. Bloss acht Prozent sind nicht Schweizer Bürger - und von diesen sind die meisten auch noch Deutsche. Das zeigen Zahlen, welche die Baselbieter Regierung veröffentlicht hat.

Lehrpersonen an Baselbieter Schulen nach Staatsangehörigkeit 2017

Total
Total Schweiz
Total Ausland
Deutschsprachiges Ausland
Ex-JugoslawienTürkeiPortugalItalienSpanienFrankreich
übriges Europa
Amerika, Afrika, Asien
4'5624'21434827262420810224

Blerina Kumanova (29) ist eine dieser seltenen Lehrerinnen mit Wurzeln im Ausland. Sie ist im Kosovo geboren, in Deutschland aufgewachsen und lebt seit fünf Jahren in der Schweiz. Sie lässt sich an der Fachhochschule Nordwestschweiz FHNW zur Lehrerin ausbilden und gibt seit zwei Jahren Unterricht an einer Primarschule.

Dass eine Frau wie sie, mit Wurzeln im Kosovo, vor einer Klasse stehe, sei vor allem für Kinder mit Migrationshintergrund etwas Besonderes. «Für sie ist es wichtig, dass mal jemand da ist, der versteht, woher sie kommen und in welcher Kultur sie aufwachsen.»

Schule statt Auto

Blerina Kumanova ist überzeugt, dass es Kindern mit Migrationshintergrund hilft, wenn sie ab und zu von einer Lehrerin unterrichtet werden, die eine ähnliche Lebensgeschichte hat wie sie selber. Sie könne einfacher als Schweizer Lehrer diesen Kindern auch beibringen, dass sich eine gute schulische Ausbildung lohnt, um gesellschaftlich vorwärts zu kommen. «Die Kinder merken, dass sie nicht zwingend mit 16 eine Lehre machen müssen, um sich möglichst schnell ein dickes Auto kaufen können, sondern dass es sinnvoll sein kann, etwas länger in die Schule zu gehen.»

Dass Lehrerinnen wie Blerina Kumanova eine Vorbildfunktion haben können, davon ist auch die Baselbieter Landrätin Bianca Maag (SP) überzeugt. Sie hat in einem Vorstoss angeregt, junge Frauen und Männer mit Migrationshintergrund zu fördern, damit diese den Lehrberuf wählen.

Keine spezielle Förderung

Beat Lüthy, Leiter des Amtes für Volksschulen in Baselland, sagt: «Wir als Kanton wünschen uns mehr Lehrpersonen mit Migrationshintergrund, aber wir fördern es nicht speziell.» Dies deshalb, weil es wissenschaftlich nicht erwiesen sei, dass es sich positiv auf den Lernerfolg von Schülerinnen und Schüler auswirke, wenn sie von Lehrkräften mit Migrationshintergrund unterrichtet werden.

Carola Mantel von der Pädagogischen Hochschule Zug hat selber geforscht zum Thema Lehrerinnen und Lehrer mit Migrationshintergrund. Sie relativiert die Aussage der Baselbieter Schulbehörden. Es gebe Lehrerinnen, die sehr wohl Einfluss hätten auf den Schulerfolg von ausländischen Kindern. «Das ist vor allem der Fall bei einem bestimmten Typus von Lehrern. Beim Typus, der sich am sozialen Aufstieg orientiert. Solche Lehrer strahlen aus: Ich habe es geschafft, du kannst es auch. Das ist sehr motivierend, vor allem wenn Kinder aus sozial benachteiligten Kreisen kommen.»

(Regionaljournal Basel, 17:30 Uhr)

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1 Kommentar

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  • Kommentar von I. Ewen  (Grenzgänger)
    Schade daß gerade eine angehende Lehrerin den Wert einer Lehre hier kleinredet. Das dicke Auto muss nicht sein, aber die Lehre ist immer noch eine großartige Möglichkeit den Bildungsweg in der CH zu beschreiten. Leider ist es so, dass dies gerade in den oben erwähnten Kreisen nicht erkannt wird und gerade dort die Kids mit allen Mitteln versucht werden aufs Gymnasium zu pushen. Spreche aus Erfahrung.
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