Baselbieter Webstühle sollen weiter rattern

Nur noch wenige Fachleute, alle im Pensionsalter, wissen noch, wie die alten Webstühle für das Weben von Seidenbändern funktionieren. Aus diesem Grund lanciert der Verein «Textilpiazza» ein Projekt mit dem Namen «Webstuhlrattern». Das Ziel: Nachwuchs finden und zu Fachleuten ausbilden.


Blick auf- und in einene Webstuhl für Seidenbänder mit bunten aufgespannten Fäden. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Nur noch sehr wenige Fachleute können solche Seidenband-Webstühle bedienen und warten. SRF, Jeannine Borer

Die Seidenbandweberei, auch Posamenterei genannt, prägte während rund 200 Jahren die Wirtschaft der Region Basel. Heute erinnern noch einige Webstühle in Museen an diese historische Zeit des 19. und 20. Jahrhunderts. Und nur noch drei Fachleute im Baselbiet können diese alten Webstühle für die Museen warten.

Wissen über historische Webstühle vor dem Vergessen bewahren

«Das Wissen über die Wartung der Webstühle soll auf keinen Fall verloren gehen», sagt Céline Steiner vom Verein «Textilpiazza». Mit dem Projekt «Webstuhlrattern» will der Verein das Wissen dokumentieren und Nachwuchs ausbilden.

Zusammen mit den Webstuhl-Experten erarbeitet der Verein Textilpiazza bis Ende Jahr ein digitales Handbuch mit Anleitungsvideos. Damit soll die Erfahrung und das Wissen über die Webstühle kommenden Generationen zugänglich gemacht werden. Ausserdem bilden die Fachmänner, alle im Pensionsalter, gleich selbst Nachwuchs für den technischen Unterhalt der Webmaschinen aus. «Bis jetzt haben zwanzig Personen Interesse an der Ausbildung angemeldet», freut sich Projektleiterin Céline Steiner.

Neue Experten werden ausgebildet

Der Verein will dafür sorgen, dass auch in Zukunft die wenigen Webstühle in den Museen weiter funktionieren und so dem interessierten Publikum das Handwerk näher bringen können. Rund zwanzig mechanische Bandwebstühle stehen heute in 13 Baselbieter Museen. Finanziert wird das Projekt «Webstuhlrattern» mit 185'000 Franken von den Swisslos-Fonds mehrerer Kantone und von Stiftungen.

(Regionaljournal Basel, 17.30 Uhr)