Basler «Alki-Stübli» stösst auf Unmut

Der Vorstoss von CVP-Grossrätin Pasqualine Gallacchi kommt beim Verein für Gassenarbeit «Schwarzer Peter» nicht gut an. Die Motivation hinter so einem Treffpunkt sei, dass Randständige von der Öffentlichkeit abgeschirmt werden sollen. Dabei sei genau das Gegenteil wichtig.

Zwei Benutzer des Alkistüblis in Bern. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Im Berner «Alki-Stübli» haben Randständige ein Dach über dem Kopf. SRF, Martina Inglin

Randständige und Alkoholiker, die sich auf öffentlichen Plätzen treffen, das gehöre zu einer Gesellschaft dazu, sagt der Co-Leiter des Vereins, Tobias Hochstrasser. «Ich habe Mühe damit, wenn man sie einfach abschirmen will».

Genau dies sei aber offenbar die Motivation hinter dem Vorstoss von CVP-Grossrätin Pasqualine Gallacchi. Sie fordert ein «Alki-Stübli» am Claraplatz. Unter anderem deshalb, weil die Randständigen dort für ein ungutes Gefühl bei den Passantinnen und Passanten sorgen würden.

Angebot bereits ausreichend

Hochstrasser bezweifelt, dass ein solches Angebot am Claraplatz überhaupt nötig ist. «Es gibt Treffpunkte in Kleinbasel und in Grossbasel, wo man sein Bier trinken oder sich aufwärmen kann», argumentiert er.

Ausserdem sei der Ort bei der Tramstation, wo sich die Randständigen jetzt treffen, ein wichtiger Treffpunkt, auch wenn er draussen in der Kälte ist. «Hier tauschen sich die Leute aus. Auch solche, die vorher noch nie da waren. Sie sehen, dass es hier Leute gibt, die in einer ähnlichen Situation sind und können sich Tipps holen.»