Basler Kampfhundehalter flüchten nach Frankreich

40 Prozent weniger «potenziell gefährliche Hunde» in einem Jahr: In Basel-Stadt sank die Zahl von Kampfhunden im Jahr 2011 stark, wie dem neusten Statistischen Jahrbuch zu entnehmen ist. Als Grund sehen Behörden die restriktive Gesetzgebung in Basel-Stadt - und largere Bestimmungen im Ausland.

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Bildlegende: Restriktive Gesetzgebung: In Basel-Stadt sank die Zahl «potenziell gefährlicher Hunde» in Jahresfrist von 100 auf 60. Keystone

100 «potenziell gefährliche Hunde» weist das neuste Statistische Jahrbuch des Kantons Basel-Stadt fürs Jahr 2010 aus, 60 waren es noch im Jahr 2011. Den Rückgang erklärt der Leiter der Hundefachstelle im Basler Veterinäramt, Guido Vogel, mit der Bewilligungspflicht, die Basel-Stadt kennt.

Dabei habe der Kanton bei seiner Bewilligungspraxis die Schraube noch einmal angezogen: «Wir sind in den letzten Jahren dazu übergegangen, Bewilligungen nur noch an Hundehalter zu erteilen, die zuvor bereits einmal einen Hund hatten», sagt Vogel zum «Regionaljournal Basel». Das heisst: «Bewilligungspflichtige Hunde als Ersthunde liessen wir in den letzten Jahren nicht mehr zu.»

Halter weichen nach Frankreich aus

Die strenge Praxis zeigt Folgen: Verschiedene Halter bewilligungspflichtiger Hunde hätten den Kanton mittlerweile verlassen, sagt Guido Vogel. «Die Auflagen für die Haltung dieser Hunde wurden ihnen in Basel-Stadt ganz einfach zu unbequem und zu anstrengend.»

Die Kampfhundehalter seien zunächst vor allem auf den Kanton Aargau ausgewichen. Seit der Aargau Mitte des letzten Jahres seine Bestimmungen allerdings auch verschärft hat, suchten Kampfhundehalter nun vermehrt ennet der Grenze ihr Glück: «Viele Leute zogen nach Frankreich, weil dort Wildwuchs in der Hundehaltung herrscht - es gibt wenig Vorschriften.» (gw)