Basler Politikerinnen fordern Frauenquote beim Kanton

Mehr Frauen in Führungspositionen - das ist das Ziel eines Vorstosses im Grossen Rat. Unterstützt wird das Begehren von linken Politikern, aber auch einzelne Bürgerliche machen sich für die Quotenregelung stark.

Zwei Frauenbeine neben drei Herren in dunklen Hosen und schwarzen Schuhen Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Mehr Frauen im Kader der Verwaltung - das verlangen jetzt Basler Parlamentarierinnen und Parlamentarier Keystone

In der Basler Verwaltung arbeiten rund 10'000 Menschen, das Verhältnis von Frauen und Männern ist dabei ziemlich ausgeglichen. Bei den Führungspositionen sieht es jedoch anders aus: Im Kader ist nur jede dritte Stelle von einer Frau besetzt - im oberen Kader gar nur jede zehnte Stelle.

Dies möchte nun die Basta-Grossrätin Brigitta Gerber ändern.Sie fordert: Auf mittleren und höheren Kaderpositionen sollen mindestens 35 Prozent Frauen arbeiten. «Frauen haben teure und gute Ausbildungen, sie haben sich bewährt in den letzten Jahren, daher sollen sie auch Kaderpositionen übernehmen», sagt Brigitta Gerber gegenüber dem «Regionaljournal». Gerber möchte jedoch nicht nur eine Frauenquote, sie fordert generell eine bessere Förderung der Frauen beim Kanton.

Unterstützung von Bürgerlichen

Auf offene Ohren stösst Gerbers Forderung auch bei einzelnen bürgerlichen Politikerinnen und Politikern. Annemarie Pfeifer von der Mitte-Partei EVP findet: «Eigentlich sollte es selbstverständlich sein, dass beide Geschlechter gleichmässig im Kader vertreten sind. Leider funktioniert es nicht, daher braucht es eine Quotenregelung.»

Unterstützung für den Vorstoss von Brigitta Gerber gibt es auch von Urs Schweizer (FDP). Er findet es aus gesellschaftspolitischen Gründen wichtig, dass mehr Frauen in Kaderpositionen des Kantons arbeiten. Er glaubt, dass er mit seiner positiven Haltung zur Frauenquote in der eigenen Fraktion in der Minderheit ist, dass der Vorstoss im Parlament jedoch eine Mehrheit findet.

Tatsächlich hat der Grosse Rat in der Vergangenheit bereits einen ähnlichen Vorstoss an die Regierung überwiesen: Für die Verwaltungsräte der kantonsnahmen Betriebe wie BVB und IWB soll schon bald eine Frauenquote gelten.