Basler Zolli gibt Tieren mehr Wahlfreiheit

Im Basler Zolli ist anfangs Oktober ein Nashorn zur Welt gekommen. Zum ersten Mal in der Geschichte war bei der Geburt auch das ältere Geschwister dabei. Dahinter steckt ein neues Konzept: Die Tiere sollen grundsätzlich mehr wählen können und ihren Alltag selbst bestimmen.

Drei Nashörner Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Nashorn-Baby Kiran mit Mutter Ellora und Schwester Henna im Basler Zolli. SRF

Es war ein Experiment, das der Basler Zolli gemacht hat, als die Mutter Ellora im Beisein ihrer Tochter Henna den kleinen Kiran zur Welt gebracht hat. Normalerweise werden die älteren Geschwister von der Mutter getrennt, bevor der nächste Nachwuchs das Licht der Welt erblickt. «Es ist ein Versuch und gleichzeitig eine europäische Neuheit», sagt Friederike von Houwald, Kuratorin vom Basler Zolli gegenüber dem «Regionaljournal Basel» von Radio SRF.

Die Schwester verlässt den Zolli

Henna, die ältere Schwester des neugeborenen Kiran, kann das gemeinsame Familienglück zusammen mit ihrer Mutter und ihrem Bruder noch drei Wochen geniessen. Danach kommt sie in einen Zoo in Frankreich. Die dreijährige Henna sei für diesen Schritt bereit, meint die Kuratorin.

Wer selber wählt, ist zufriedener

Generell versuchen die Tierpfleger, den Tieren mehr Wahlfreiheit zu ermöglichen. Die Tiere sollen so gut wie möglich selber entscheiden, ob sie drinnen oder draussen schlafen wollen. Die Verantwortlichen hätten mit dieser Philosophieänderung gute Erfahrungen gesammelt: «Tiere, die teilweise ein aggressives Verhalten zeigten, sind viel ruhiger und entspannter geworden.»