Bei der Basler Sanitäts-Leitung soll es Veränderungen geben

Die Geschäftsprüfungskommission (GPK) des Basler Grossen Rates hat die Konflikte bei der Sanität untersucht - und kommt zu klaren Schlussfolgerungen im personellen Bereich.

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Bildlegende: Konflikte bei der Basler Sanität Ein Fahrzeug der Basler Sanität auf der Mittleren Brücke: im Innern der Organisation brodelt es Juri Weiss

Das Betriebsklima bei der Sanität Basel-Stadt sei schlecht und müsse dringend verbessert werden. Und zwar durch «personelle Massnahmen in der Leitung von Sanität und Rettung». Dies schreibt die speziell eingesetzte Subkommission der GPK des Basler Grossen Rates in ihrem Bericht. Dieser wurde am Donnerstag der Öffentlichkeit vorgestellt.

«Leitung ist grundsätzlich überfordert»

Die Subkommission hat die Vorgänge bei der Sanität und der Rettung durch Gespräche mit mehreren Betroffenen untersucht und kommt zur relativ deutlichen Schlussfolgerung, dass die Leiter der Sanität überfordert seien. Diese Überforderung wirke sich, so die Kommission «negativ auf Kommunikation und Führungsstil» aus. «Es gibt einen offenen Konflikt zwischen Leitung und Personal» sagt dazu der Präsident der Subkommission, der Liberale Thomas Strahm gegenüber dem Regionaljournal von SRF. Die Subkommission glaube deshalb auch, dass es im Arbeitsalltag zu weiteren Verschärfungen und sogar einer «Eskalation» kommen könne. Eine solche könne nur durch «umgehende personelle Massnahmen in der Leitung» von Sanität und Rettung», im Klartext Entlassungen, verhindert werden.

Kritisiert wird von der Subkommission allerdings auch die frühere Leitung des Justiz- und Sicherheitsdepartementes: diese habe die ganze Sache im letzten Jahr «zu wenig ernst genommen». Der Vorwurf trifft in erster Linie den damaligen Vorsteher Hanspeter Gass. Sein Nachfolger und Parteikollege Baschi Dürr ist seit Februar 2013 im Amt.

Wenig gebracht hätten auch die wegen der Konflikte eingeleiteten Personal- und Organisationsentwicklungsprozesse: die Subkommission habe aus ihren Gesprächen mit den Sanitäts-Mitarbeitern nämlich den Eindrück gewonnen, diese Prozesse könnten abgebrochen werden, weil sie nutzlos seien.

Überstunden wieder im Griff - vorläufig

Die Subkommission hat bei ihrer Bestandesaufnahme immerhin auch einen positiven Aspekt herausarbeiten können: das jahrelange Problem der Überstunden vieler Mitarbeiter habe man nämlich im letzten Jahr in den Griff bekommen. Allerdings gibt es auch da einen Wermutstropfen: die schon angekündigte Personalaufstockung löse das Problem auf die Dauer nämlich nicht, findet die Subkommission.

Keine Reaktion

Der zuständige Regierungsrat Baschi Dürr war am Donnerstag nicht für eine Stellungnahme zu erreichen. Er ist in den Sommerferien und liess durch seinen Sprecher David Frey ausrichten, dass man sich der Probleme bewusst sei. Ob die Probleme primär bei der Führung liegen, wie von der GPK dargelegt, dazu will David Frey keine Stellung nehmen. Die Regierung will an einem bereits eingeleiteten Personal- und Organisationsentwicklungsprozess (POE) festhalten. Dieser würde die Probleme Punkt für Punkt angehen, so Frey. Die GPK hingegen ist der Meinung, dass dieser POE-Prozess nur davon ablenke, dass nicht die gesamte Sanität, sondern nur die Führung das Problem sei. Baschi Dürr will im August darüber informieren, ob weitere Massnahmen ergriffen werden.