Beide Basel wollen in Gesundheitsversorgung mehr Zusammenarbeit

Vor einigen Jahren dachten Basel-Stadt und Baselland sogar über eine gemeinsame Spitalplanung nach - dann lief kaum mehr etwas in der Gesundheits-Zusammenarbeit. Nun künden die beiden Regierungen wieder mehr Annäherung an. Die beiden Gesundheitsdirektoren möchten eine gemeinsame Auslegeordnung.

Universitätsspital Basel, Hauptbau. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Universitätsspital Basel ist eines der grössten Player in der regionalen Spitallandschaft. Juri Weiss

Die Regierungen von Basel-Stadt und Baselland wollen eine Auslegeordnung zur regionalen Gesundheitsversorgung vornehmen. Der Bestand und der Bedarf sollen festgehalten werden. Danach wollen die Gesundheitsdirektoren Carlo Conti (BS) und Thomas Weber (BL) eine Arbeitsgruppe bilden, um Lösungsvorschläge zu erarbeiten.

Mit diesem Schritt kommt wieder Bewegung in eine eingeschlafene Situation. Nachdem vor einigen Jahren sogar eine gemeinsame Spitalplanung angedacht wurde, werkelten beide Kantone in den letzten Jahren für sich. Die Baselbieter Regierung und auch der im Amt verstorbene Baselbieter Gesundheitsdirektor Peter Zwick setzte vor allem beim Spitalangebot auf einen eigenen Weg, auf weniger Zusammenarbeit.

Thomas Weber will Zusammenarbeit wieder reaktivieren

Der neue Baselbieter Gesundheitsdirektor Thomas Weber sieht das nun anders. «Die Gesundheitsversorgung überschreitet die Kantonsgrenzen. Wir können im Bereich Gesundheit die Partnerschaft zwischen den beiden Basel vertiefen.» erklärt Thomas Weber im «Regionaljournal Basel» auf Radio SRF.

Auch für Carlo Conti, den abtretenden Basler Gesundheitsdirektor ist eine regionale Zusammenarbeit im Bereich Spitäler nötig. Die Bevölkerung orientiere sich bei der Spitalwahl nicht an Kantonsgrenzen, sondern an Agglomerationsräumen. Um die Kosten im Griff zu behalten, sei es schlicht nötig, gemeinsam zu überlegen, wo ein Spital mit welchem Angebot Sinn mache.

Eingeschränkt «ergebnisoffen»

Diese Diskussion solle ergebnisoffen geführt werden, feste Vorgaben solle es keine geben. Nun gelte es, den Bedarf und das Angebot nach verschiedenen Kriterien zu prüfen und dann Lösungen zu finden.

Allerdings schränkt Weber bereits ein, die defizitären Standorte Laufen und Bruderholz müsse man wohl beibehalten - weil die Bevölkerung eine Gesundheitsversorgung in der Wohnort-Nähe benötige. Ergebnisoffen bleibt Weber aber, indem er sich offen zeigt, das Angebot der Spitäler zu verändern.

Weber betont zudem, es sei nicht die Krise im Kantonsspital Baselland, die ihn zu diesem Schritt geführt habe, sondern die grundsätzliche Ansicht, dass eine Zusammenarbeit die Gesundheitsversorgung in der Region stärken würde.