Der Schnitzelbangg im Wandel der Zeit

Michael Luisier ist Fasnachtsexperte und verantwortlich für den Fasnachtsquerschnitt von Radio SRF. Für einmal hat er weiter zurück geschaut und das Beste aus 70 Jahren Schnitzelbängg zusammengetragen.

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Bildlegende: Schnitzelbängg aus 70 Jahren auf zwei CDs. SRF

Was macht eigentlich einen guten Schnitzelbangg aus? Zunächst natürlich eine gute Pointe. «Wirksam ist oft auch, wenn Themen miteinander verbunden werden, von denen man nicht erwartet, dass sie miteinander verbunden werden», so Michael Luisier. Ein Schnitzelbangg sollte zudem zwar scharf und politisch relevant sein, nicht aber grob oder schlüpfrig.

Wie sich der Schnitzelbangg veränderte

Der Schnitzelbangg habe sich in den letzten 70 Jahren extrem verändert. «Kurz nach dem Krieg waren die Verse sehr lang und gar nicht unbedingt lustig», so Luisier. «Damals reichte es zum Beispiel, dass man einen Vers über einen Politiker machte. Das war schon ungeheuerlich.»

Mitte der 60er-Jahre habe es dann einen Einschnitt gegeben. «Die Verse werden kürzer und prägnanter. In den 70er-Jahren war der Schnitzelbangg sehr politisch und frech. Es war die klassische Hochzeit des klassischen Schnitzelbanggs.»

In den 80er-Jahren seien die Verse dann erneut länger geworden. «Erst in den letzten sieben bis neun Jahren kam mit dem Singvogel oder Schtrossewüscher die traditionelle Form des Schnitzelbanggs wieder auf.»

«Ich musste sehr streng sein», so Luisier zur Auswahl der Schnitzelbängge für die CDs. «Viele Schnitzelbängge konnten zum Beispiel nicht in den Querschnitt aufgenommen werden, weil man den Zusammenhang heute nicht mehr verstehen würde.»