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Basel Baselland Eklat am Kantonsspital Baselland

Der Verwaltungsrat trennt sich von CEO Heinz Schneider. Verwaltungsrats-Präsident Dieter Völlmin tritt auf Ende Februar zurück. Schneiders Stellvertreter, der Standortleiter Liestal Jürg Aebi, übernimmt interimistisch die Leitung des Kantonsspitals Baselland.

Legende: Video Kantonsspital Baselland in der Krise abspielen. Laufzeit 03:01 Minuten.
Aus Schweiz aktuell vom 13.02.2014.

Der Verwaltungsrat des Kantonsspitals Baselland KSBL hat am Donnerstag einstimmig beschlossen, sich von CEO Heinz Schneider zu trennen. Das Vertrauensverhältnis sei in den vergangenen Wochen und Monaten stark in Mitleidenschaft gezogen, schreibt er in einem Communiqué. Dem CEO fehle auch die notwendige Akzeptanz bei zahlreichen Schlüsselpersonen.

In einer kurzfristig einberufenen Medienkonferenz präzisierten Regierungsrat Thomas Weber und Noch-Verwaltungsratspräsident Dieter Völlmin ihr Vorgehen, allerdings nur ansatzweise. Der nun abgesetzte Spital-CEO Heinz Schneider habe in der schwierigen Anfangsphase der Zusammenführung der drei Spitäler wertvolle Dienste geleistet, sagte beispielsweise Weber. Da nun aber so viele Abgänge bei leitenden Ärzten erfolgten, habe der Kanton als Eigner Handeln müssen. «Der Abgang des Chefarztes der Frauenklinik hat nochmals eine neue Dynamik gebracht», sagte Weber gegenüber dem «Regionaljournal Basel» von Radio SRF. Dieser Abgang habe dann auch den Ausschlag gegeben, sofort zu Handeln.

Porträt von Heinz Schneider
Legende: Wurde vom Verwaltungsrat des Kantonsspitals Baselland entlassen: CEO Heinz Schneider ZVG

Zudem habe er Hinweise bekommen, dass die aktuelle Situation auch zu finanziellen Schwierigkeiten führen könne, sagte Weber. Wohl auch aufgrund der aktuellen Situation, vor allem dem Abgang vieler Orthopäden am Bruderholzspital, verliere das Spital Patientinnen und Patienten und das wiederum führe zu Mindereinnahmen. «Das muss den Kanton als Eigner des Spitals kümmern», so Weber. Wie gravierend die Mindereinnahmen und der Patientenabfluss seien, könne er noch nicht beziffern.

Dass die Neuorganisation zu Konflikten und personellen Wechseln führen würde, war abzusehen. Das Ausmass und die Dynamik der Abgänge bei den Kaderärzten erweisen sich indessen als zu gross.
Autor: Thomas WeberGesundheitsdirektor

Nach all den Abgängen und Problemen innerhalb der Führung sei der personelle Neuanfang unabdingbar, um die Unternehmung erfolgreich in die Zukunft zu führen. Deshalb trete auch Verwaltungsratspräsident Dieter Völlmin auf Ende Monat zurück. Gespräche mit potentiellen Nachfolgerinnen und Nachfolgern seien bereits im Gang, sagte Weber. Der stellvertretende Geschäftsführer und Standortleiter Liestal, Jürg Aebi, übernimmt interimistisch die Leitung des Kantonsspitals Baselland.

Auch Weber selbst will sich aus dem Verwaltungsrat zurück ziehen. Dies ist allerdings nicht neu. Weber: «Es braucht eine Trennung von Eigner, Verwaltungsrat und Unternehmensführung und das zeigt sich in der aktuellen Situation besonders deutlich.» Er wolle dem Regierungsrat, der ja den Verwaltungsrat wählt, Vorschläge unterbreiten und sich danach selbst aus dem Verwaltungsrat zurück ziehen. Gefragt seien nun Personen, die das Gesundheitswesen sehr gut kannten und wenn möglich auch Erfahrung haben in der Zusammenführung verschiedener Betriebe hätten.

Thomas Weber mit den Händen gestikulierend.
Legende: Ist derzeit gefordert: Gesundheitsdirektor Thomas Weber SRF

Weber betonte, das KSBL habe in der kurzen Zeit nach der Verselbständigung «sehr viel erreicht». Dennoch bleibe trotz der jetzt eingeleiteten Veränderungen eine «immense Aufgabe für alle Beteiligten» zu bewältigen.

Trennung mit Problemen

An der Medienkonferenz wurde auch klar, dass der abgesetzte Heinz Schneider diese Kündigung kaum wird tatenlos auf sich sitzen lassen. Als man am Mittwoch die Modalitäten des Abgangs habe besprechen wollen, habe «Heinz Schneider den Raum verlassen», sagte Dieter Völlmin. Weiter sagte er, der Anwalt Schneiders habe sich schon bei ihm gemeldet.

Völlmin betonte, dass Schneider normal gekündigt worden sei. Er sei noch bis Ende August auf der Lohnliste des Kantons, denn die Kündigungsfrist betrage sechs Monate.

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1 Kommentar

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  • Kommentar von kari huber, surin
    Seit 50 Jahren weiss man: Die harten Wissenschaften (Mathematik, Phisik, usw.) befassen sich mit weichen Problemen, die weichen (wie z.B. Psychologie) mit den harten Problemen. Offenbar hat man hier versucht, eine Zusammenführung, die 99% harte Probleme bringt, mit den Methoden von McKinsey und Konsorten, also mit der verkopften, harten Methode zu lösen. Wenn der Kanton nicht total umdenkt, wird die Katastrophe noch grösser.
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