Energieversorger wollen gemeinsame Windparkprojekte

Die Energieversorger EBM, EBL und IWB wollen die Windenergie voranbringen. Dazu vereinbaren sie eine Kooperation unter dem Titel «Windenergie Nordwestschweiz». Mit den Jura-Ausläufern biete die Region ein grosses Potenzial zur Nutzung von Windenergie, welches weitgehend ungenutzt ist.

Kartenskizze mit eigezeichneten Standorten. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Acht Standorte für Windparks, einen davon im Kanton Solothurn, nehmen EBL, EBM und IWB gemeinsam ins Visier. ZVG

Bis zu 25 Prozent des Baselbieter Strombedarfs könnten theoretisch durch Windenergie abgedeckt werden, nämlich ca. 500 Gigawattstunden. Die drei Stromunternehmen, die baselstädtische IWB und die baselbieter EBL und EBM, wollen jetzt die Planung und Realisierung möglicher Windparkprojekte gemeinsam voran treiben.

Die drei Chefs der Energieversorger und Regierungsrätin Pegoraro posieren vor kleinem Windradmodell. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Von Links: David Thiel (IWB), Sabine Pegoraro, Urs Steiner (EBL), Condrad Ammann (EBM) SRF

Konkret wollen die Energieversorger Projekte, die sie bereits angedacht haben, jeweils allein weiterplanen, bis sie realisierbar sind. Dann sollen die Unternehmen jeweils gemeinsam eine Aktiengesellschaft gründen. Das Unternehmen mit dem Lead beim jeweiligen Projekt soll mit 50-60 Prozent einsteigen, den Rest teilen sich die beiden anderen. Auch die Standortgemeinden sollen sich in begrenztem Rahmen beteiligen können.

Acht mögliche Standorte

Die drei Unternehmen haben acht konkrete Standorte definiert, die sie für die Nutzung der Windenergie in Betracht ziehen. Sieben davon liegen im Kanton Baselland, einer im Kanton Solothurn. Die IWB will ihr Projekt Chall bei Röschenz vorantreiben, für die EBM steht ein Windpark in Liesberg im Vordergrund, und die EBL hat vor allem den Standort Liestal im Visier.

Alle drei Standorte seien mit dem Richtplan kompatibel, den die Regierung nach der Fasnacht verabschieden will, versicherte die Baselbieter Bau- und Umweltschutzdirektorin Sabine Pegoraro. Diese drei Windparks könnten bis etwa 2020 realisiert werden und würden dann gemeinsam 80 Gigawattstunden liefern. Das Potenzial aller acht am Montag präsentierten Standorte läge bei etwa 130 Gigawattstunden, was dem jährlichen Stromverbrauch von Liestal entspricht.