EU-Behörde kritisiert Syngenta: Insektizid gefährlich für Bienen

Der Basler Agrochemie-Konzern Syngenta steht zusammen mit Konkurrent Bayer in der Kritik: Drei ihrer Insektizide seien gefährlich für Bienen. Das beantstandet die Europäische Behörde für Lebensmittel-Sicherheit. Syngenta weist diese Kritik recht harsch zurück.

Mobiler Bienenkasten mit einem Bienenvolk an den Eingängen Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Weltweit sterben immer mehr Bienenvölker Keystone

Die Kritik kommt von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA). Die EU-Kommission hat eine Untersuchung in Auftrag gegeben, die etliche Risiken für Bienen aufzeige, teilt die Behörde mit.

Verdächtigt werden die drei Insektizide Clothianidin, Imidacloprid und Thiamethoxam der Unternehmen Bayer und Syngenta. Sie würden bei Vergiftungen und dem Massensterben von Bienen eine Rolle spielen.

Die Studie habe tatsächlich kurz- und langfristige Folgen für Bienenvölker festgestellt. Auch wenn nicht alle Analysen abgeschlossen seien, schreibt die Behörde: «Die EFSA-Wissenschaftler haben etliche Risiken für Bienen durch (die) drei Neonicotinoid-Insektizide ermittelt.» Die EU-Kommission will Bayer und Syngenta schriftlich zu einer Stellungnahme auffordern und stellt auch Massnahmen in Aussicht.

In der Schweiz gilt kein Verbot solcher Insektizide. Der Bundesrat befand das Bewilligungssystem effektiv genug. Es seien nur wenige Bienen-Vergiftungsfälle in der Schweiz vorgekommen.

Der Basler Agrochemiekonzern Syngenta protestiert vehement gegen die EFSA-Studie. Sie sei unter politischem Druck, übereilt und unwissenschaftlich erstellt, schreibt Syngenta.