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Basel Baselland Frustrierte Mieter im Basler St. Johann-Quartier

Bei den Mieterinnen und Mietern an der Mülhauserstrasse 26 in Basel sitzt der Frust tief. Sämtliche 22 Wohnungen werden grundlegend saniert. Ein Verbleib sei nicht möglich, sagt die Vermieterin, die Pensionskasse Basel-Stadt. Viele vor allem ältere Bewohner stehen nur vor einer ungewissen Zukunft.

Mieter vor Eingang
Legende: Kein Rausschmiss! - viele vor allem ältere und langjährige Mieter wehren sich gegen die Kündigung SRF
  • Das Mehrfamilienhaus im Basler St. Johann-Quartier wurde 1968 gebaut und soll bis auf die Grundmauern saniert werden.
  • Die Mieterinnen und Mieter wollen während des Umbaus jedoch in den Wohnungen bleiben.
  • Die Besitzerin der Liegenschaft, die Pensionskasse Basel-Stadt, sagt, dies sei nicht möglich.
  • Mit einer Petition und einer Protestversammlung am Samstag machten die meist älteren Mieter auf ihr Anliegen aufmerksam.

Mieter Urs Wiget kann es immer noch nicht fassen, dass er sich mit 73 Jahren eine neue Wohnung suchen muss. Vor allem über das Vorgehen der Besitzer ist er enttäuscht. Man habe die Mieterinnen und Mieter an einer Informationsversammlung vor vollendete Tatsachen gestellt. «Es war ein schrecklicher Moment», erinnert sich Wiget.

Enttäuscht ist auch Jakob Vetterli. Der 91-jährige pensionierte Staatsangestellte wohnt seit rund 45 Jahren in der Liegenschaft. Er habe über Jahre Beiträge an die Pensionskasse Basel-Stadt bezahlt. Dass nun ausgerechnet diese Organisation ihn auf die Strasse stellen will, kann er kaum begreifen. «Ich bin einfach traurig, dass keine andere Lösung möglich ist.»

Liegenschaft von aussen
Legende: Die Liegenschaft Mülhauserstrasse 26 wurde im Jahr 1968 gebaut. SRF

Die Hoffnung stirbt zuletzt

Barbara Neidhart, Sprecherin der zuständigen Immobilienverwaltung «Immobilien Basel-Stadt» zeigt Verständnis für den Ärger der Mieterinnen und Mieter. Sie hält jedoch fest, dass es keine Alternative zu einer Totalsanierung gäbe. «Die Liegenschaft wird bis auf den Rohbau zurückgebaut. Ein Verbleib in den Wohnungen ist unmöglich.»
Dass man auf den Entscheid nochmals zurückkommt, sei nicht möglich. Die Planung sei schon zu weit fortgeschritten.

Ihre Kündigung haben die Bewohnerinnen und Bewohner diesen Sommer vor der Mieterschlichtungsstelle angefochten, sind dort aber abgeblitzt.

Jakob Vetterli hat unterdessen eine neue Wohnung in der gleichen Strasse gefunden, auch dank der Hilfe von «Immobilen Basel-Stadt», wie er betont. Ihm ist vor allem Eines wichtig: «Andere Mieter in der gleichen Situation müssen sich frühzeitig wehren, dann besteht noch eine Chance.» Urs Wiget ist dagegen noch auf der Suche nach einer neuen Wohnung. Er hat die Hoffnung, doch noch in seiner Wohnung bleiben zu können, noch nicht aufgegeben.

(Regionaljournal Basel, 17.30 Uhr)

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1 Kommentar

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  • Kommentar von H. Wach (H. Wach)
    Klassischer Fall von Neo-Liberalismus, der durch Ronald Reagan/Republikaner ausgelöst wurde. Motto: Gewinnmaximierung, statt Gewinn erwirtschaften, zum Wohle einiger Wenigen aber zu Lasten der Mehrheit. Hauptursache: 0-Zinspolitik für Hypotheken, wo nur die Reichen profitieren können. Die Ärmeren erhalten keine Hypothek. Die Linken könnten Wohnbaugenossenschaften gründen. Sie tun es aber nicht!! Warum nicht??
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