Gauglers nervöse Premiere im Baselbieter Landrat

Daniela Gaugler hat heute ihre erste Sitzung als Landratspräsidentin geleitet. Gespannt war man im Parlament vor allem darauf, wie die SVP-Politikerin auf die Vorwürfe im Zusammenhang mit ihrem Bed-and-Breakfast-Betrieb in Lausen reagieren würde.

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Bildlegende: Daniela Gaugler nimmt keine inhaltliche Stellung zu den Vorwürfen im Zusammenhang mit ihrem BnB. zVg

Die Baselbieter SVP-Politikerin Daniela Gaugler geriet in den letzten Wochen in die Schlagzeilen. Der Grund: Ihr wird vorgeworfen, dass ihr Bed and Breakfast in Lausen in Tat und Wahrheit gar kein Hotel-Betrieb sei, sondern dass sie Zimmer und Wohnungen langfristig vermiete. Dies wäre insofern ein Problem, als man in der Gewerbezone keine Wohnungen vermieten darf.

In ihrer Eröffnungsrede als Landratspräsidentin nahm Daniela Gaugler Stellung. Inhaltlich ging die Präsidentin aber nicht auf die einzelnen Vorwürfe ein.

Eine Passage ihrer Rede warf eher neue Fragen auf, als dass sie Fragen beantwortete. Daniela Gaugler sagte: «Die Medienkampagne gegen mich wäre nicht erfolgt, wenn ich in einem anderen Familienmodell leben würde. Ich stehe aber zu dieser Lebensform, und auch zu meinem Mann.» Was sie damit sagen wollte, blieb unklar. Möglicherweise spielte sie auf einen Streit in der Familie ihres Mannes ein, der von der «Basler Zeitung» thematisiert worden war.

Politiker sind nicht zufrieden

Daniela Gaugler hat sich bei ihrem ersten Auftritt kämpferisch präsentiert. Dennoch sind ein paar Landräte unzufrieden mit dem Inhalt ihrer Rede. Florence Brenzikofer, die Präsidentin der Grünen, sagt: «Ich bin enttäuscht.» Brenzikofer hat sich eine Erklärung bezüglich der B&B-Frage gewünscht. In dasselbe Horn bläst auch der FDP-Fraktionschef Rolf Richterich. Er sagt, er habe nichts Neues von Gaugler erfahren.

Regierungspräsident Isaac Reber (Grüne) nutzte die Gunst der Stunde und richtete sein Wort ebenfalls an den Landrat. Im Zusammenhang mit den Drohbriefen, die in den letzten Tagen verschickt wurden, forderte Isaac Reber die Politikerinnen und Politiker zu mehr Anstand und Respekt auf.