Gegen eine Strasse durch den eigenen Garten

Die Gemeinde Münchenstein will mit der Verlängerung der Muttenzerstrasse ein neues Siedlungsgebiet bei der «Grün80» besser erschliessen. Weil die geplante neue Strasse jedoch mitten durch einen Park beim Gymnasium führen soll, wehrt sich auch das Gymnasium selber.

Die Gemeindeversammlung der Gemeinde Münchenstein hatte die Strassenverlängerung bereits abgesegnet, der Entscheid fiel deutlich. Nun wurde jedoch das Referendum dagegen ergriffen. Widerstand kommt auch von Lehrern und Schulleitung des Gymnasiums Münchenstein.

Die Strasse, die im Einbahnbetrieb durch den Ehingerpark Richtung Hauptstrasse geführt werden soll, soll der Erschliessung des Areals Dychrain dienen. Dort, wo bis anhin die Produktionsstätte des Läckerli-Huus stand, sollen Wohnungen gebaut werden.

Diese Überbauung sorge auch für mehr Verkehr, argumentiert Gemeindepräsident Giorgio Lüthi. Den Verkehr über die bestehende Hardstrasse zu führen sei heikel: «Die Hardstrasse führt an zwei Kindergärten vorbei. Die Anwohner sagen, man müsse die Kinder vor dem Mehrverkehr schützen», so Lüthi.

Gegner ergriffen das Referendum

«Die Hardstrasse kann den Mehrverkehr schlucken», argumentiert dagegen Reinhard Straumann, Konrektor vom Gym Münchenstein. Zusammen mit den Grünen haben Schulleitung und Lehrer des Gymnasiums das Referendum ergriffen.

Einerseits befürchten Lehrer und Schulleitung, dass die Strasse dem geplanten Erweiterungsbau in die Quere kommen könnte, andererseits werde der historische Park von einer Strasse durchschnitten.

Am Schluss sei es eine Güterabwägung, ob die Kinder der Kindergärten oder des Gymnasiums den Gefahren des Mehrverkehrs ausgesetzt werden, sagt Gemeindepräsident Giorgio Lüthi. Diese Güterabwägung muss am Ende der Stimmbürger in Münchenstein machen. Die Abstimmung ist auf Ende November dieses Jahres terminiert.