Wochengast Giacun Caduff: «Mein Privatleben ist gleich null»

Der 38-jährige Filmproduzent aus Gempen hat sich einen Kindheitstraum erfüllt: Sein Kurzfilm «La Femme et le TGV» ist für den Oscar nominiert.

Giacun Caduff wurde von der Nachricht der Oscar-Nomination regelrecht überrollt. Er sei an einem Festival in Deutschland gewesen ohne Internet-Empfang. «Daher habe ich bloss auf Umwegen davon erfahren.» Die Freude danach sei aber so intensiv gewesen, dass er sich gar nicht mehr richtig daran erinnern könne.

Der Mann aus Gempen ist Produzent des Kurzfilms «La Femme et le TGV». Im Wochengast-Gespräch mit dem «Regionaljournal» erzählt Giacun Caduff, wie es zum Film gekommen ist. Er sei inspiriert von einer wahren Geschichte, die ihn sofort fasziniert habe. Zunächst habe er aber keinen Kurzfilm, sondern einen längeren Streifen machen wollen. Schliesslich aber habe er sich überzeugen lassen. «Und dann haben wir uns gesagt: Wenn schon ein Kurzfilm, dann einer mit einer guten Finanzierung und mit einem Star in der Hauptrolle.»

Jane Birkin, ein Star in der Hauptrolle

Dieser Star war Jane Birkin, die Frau von Serge Gainsbourg. Sie habe das Drehbuch von Anfang an gut gefunden, dennoch habe sie zuerst abgesagt. Der Grund: Sie könne nicht Velo fahren, es gebe aber viele Veloszenen im Film. «Wir wollten sie aber unbedingt haben», sagt Giacun Caduff. Die Lösung war: Man engagierte ein Double für alle Veloszenen.

In Los Angeles studiert

Giacun Caduff ist in Basel bekannt nicht nur als Filmproduzent, sondern auch als Organisator des Gässli-Film-Festival und des Autokinos in Pratteln. Er hat in Los Angeles Film studiert. Er sei ein Filmverrückter, erzählt Caduff. «Ich arbeite täglich 15 bis 18 Stunden. Mein Privatleben ist gleich null.»

(Regionaljournal Basel, 17:30 Uhr)