Gier und Panik als Krisenmotor

Das Theater Basel sei zu wenig politisch und aktuell, wird gerne kritisiert. Diese Kritiker Lügen straft Volker Lösch mit der Inszenierung des Stücks «Angst» im Schauspielhaus.

Theater-Premiere: «Angst» von Robert Harris. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Theater-Premiere: «Angst» von Robert Harris. Judith Schlosser

«Angst» macht die Finanzkrise zum Thema. Grundlage des Stückes ist ein Roman von Robert Harris mit dem gleichen Titel. Im Zentrum der Handlung steht Alexander Hoffmann. Eine geniale Erfindung macht es ihm möglich, mit einem Computerprogramm die Entwicklung der Börsenkurse genau vorherzusagen. Zentrale Parameter seines Programmes sind die Gier der Menschen und deren Angst vor Verlust.

So genial Hoffmanns‘ Erfindung ist, so tragisch endet er als Mensch. Eigentlich möchte er auf dem Höhepunkt des Erfolges den Stecker seines Programmes ziehen, doch das gelingt ihm nicht. Es bleibt ihm nur noch die verzweifelte Tat, den Server mit seinem Programm in die Luft zu jagen.

In der Inszenierung von Regisseur Volker Lösch wird der Erzählstrang immer wieder durch einen Chor unterbrochen, der die Sicht von Bankern und Menschen aus dem Basler Adel wiedergeben. Diese Menschen bleiben anonym, zeigen aber eine persönliche Sicht auf die Finanzkrise.