Grosses Publikumsinteresse an Exit-Büro in Binningen

Die Schweizer Sterbehilfe-Organisation Exit hat am Mittwoch zum Tag der offenen Tür in die Zweigniederlassung in Binningen eingeladen. Das Interesse war gross. Viele vor allem ältere Besucher kamen. Seit Anfang Oktober bietet Exit auch in der Region Basel persönliche Beratungen an.

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Bildlegende: Ein südkoreanisches TV-Team filmt Besucher am Tag der offenen Tür von Exit in Binningen SRF

Das Interesse ist gross an diesem Tag der offenen Türe bei Exit - sogar ein südkoreanisches Fernsehteam, das zum Thema Freitodbegleitung in der Schweiz einen Bericht produziert, ist angereist. Auch viele, vor allem ältere Menschen sind gekommen, um die an sich nicht besonders spektakulären Büroräumlichkeiten von Exit in Binningen einmal persönlich unter die Lupe zu nehmen.

Das Büro präsentiert sich wie eine Art Arztpraxis und ist für Beratungen gedacht. Ein eigentliches Sterbezimmer gibt es in Binningen nicht. «Falls das Interesse daran grösser wird, können wir uns auch auch vorstellen, in Binningen ein solches Zimmer einzurichten», sagt Exit-Präsidentin Saskia Frei. Sie fügt jedoch an, dass viele Menschen mit Exit in den eigenen vier Wänden sterben wollen.

Ausländer sind ausgeschlossen

Der Zustrom erfreut die die frühere Basler Grossrätin Frei: «Das Interesse an Exit vor allem in der Region Basel ist in den letzten Jahren deutlich gestiegen» betont sie gegenüber dem «Regionaljournal Basel» von Radio SRF. Derzeit habe Exit schweizweit 70'000 Mitglieder, davon 15'000 in der Nordwestschweiz.

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Bildlegende: Exit-Präsidentin Saskia Frei SRF

Seitdem das Büro in Binningen am 1. Oktober eröffnet wurde, hätten sich auch viele Interessenten aus Deutschland gemeldet. Exit weist gemäss den eigenen Statuten jedoch ausländische Sterbewillige, auch solche aus der badischen oder elsässischen Nachbarschaft, entschieden ab.

Dass nach einer umstrittenen Freitodbegleitung eines Ausländers in Basel das Thema von der christlich orientierten EVP aufgenommen wird und dadurch in den Basler Parlamenten nun eine politische Debatte entsteht, findet Saskia Frei gut: «Das ist ein Thema, das Menschen beschäftigt. Es ist gut, dass das Thema nicht nur im stillen Kämmerlein besprochen wird.»