Häftling tötete sich mit Schuss aus entrissener Waffe selbst

Der vergangenen Donnerstag bei einem Fluchtversuch in Basel zu Tode gekommene Untersuchungshäftling hat sich mit einem Schuss selbst getötet. Die Basler Staatsanwalt bestätigt nun nach rechtsmedizinischen Abklärungen die ersten Informationen kurz nach dem Vorfall.

Das Gebäude der Basler Staatsanwaltschaft an der Heuwaage. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Staatsanwaltschaft geht «mit hoher Wahrscheinlichkeit» von Suizid des Häftlings aus. Juri Weiss

Die Staatsanwaltschaft gibt nun auch bekannt, weshalb der Mann in Untersuchungshaft sass: Er war wegen eines Banküberfalls vom April in Riehen inhaftiert.

Die Staatsanwaltschaft gab am Montag ihre Ermittlungsergebnisse bekannt. Der 21-Jährige hatte am 1. August bei einem Gerangel mit einem Polizisten dessen Pistole an sich bringen können, wie Peter Gill, Sprecher der Basler Staatsanwaltschaft im Regionaljournal Basel auf SRF 1 erklärt. Danach gab er einen Schuss ab und traf sich in den Kopf.

Untersucht hatten den Vorfall die Kriminalpolizei, die Kriminaltechnische Abteilung und das Institut für Rechtsmedizin. Die Ermittlungsbehörden gingen dabei «mit grosser Wahrscheinlichkeit von einem Suizid aus», erklärt Peter Gill.

Der Untersuchungshäftling war an jenem Tag für einen Arztbesuch zur Notfallstation des Universitätsspitals Basel gebracht worden. Danach versuchte er zu flüchten, wurde aber nach wenigen hundert Metern von einem Polizisten in der St. Johanns-Vorstadt gestellt. In der Folge kam es zu dem Gerangel.

Häftling war mutmasslicher Bankräuber

Wie die Staatsanwaltschaft weiter mitteilt, sass der 21-Jährige wegen eines Banküberfalls in Riehen in Untersuchungshaft. Erst vor einigen Tagen waren er und ein mutmasslicher Mittäter, ein Mann im Alter von 30 Jahren, festgenommen worden.

Am 9. April war in Riehen die Raiffeisenbank an der Baselstrasse überfallen worden. Der vermummte Täter hatte das Personal mit einer Waffe bedroht und war danach mit einem grösseren Geldbetrag entkommen. Die Ermittlungen führten danach auch zum Mittäter. Wie sich zudem herausstellte, sollen die Beiden an ihrem Arbeitsplatz einen Tresor gestohlen haben. Darin hätten sich mehrere hunderttausend Franken befunden. Trotz verschiedener Versuche sei es den Männern jedoch nicht gelungen, den Tresor zu öffnen.

sda/racc