Konkurrenz statt Subvention für Basler Orchester

Die Basler Regierung will weg von der historisch gewachsenen Subventionspolitik, hin zu einem modernen Fördermodell: Anstelle der heutigen Staatsbeiträge sollen sich Orchester neu für Gelder bewerben, eine Jury entscheidet über deren Vergabe.

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Bildlegende: Künftig erhält nur noch das Basler Sinfonieorchester Staatsbeiträge für vier Jahre. Juri Weiss

Ab dem 1. Januar 2016 soll nur noch das Basler Sinfonieorchester einen Staatsbeitrag für vier Jahre erhalten. Dies, weil das Sinfonieorchester eine wichtige Rolle als Dienstleister erfülle. Der Kanton definiert für das Orchester jeweils einen Leistungsauftrag «für das grosssinfonische Repertoire in der Region und für die Musikproduktionen des Theater Basel.»

Programme fördern, statt Institute fördern

Die anderen Orchester, die bisher Staatsbeiträge erhielten - das Kammerorchester, die Sinfonietta und das Ensemble Phoenix - sollen sich künftig für sogenannte «Programmfördergelder» bewerben. Die Regierung argumentiert, dass das Modell der Programmförderung anstelle der bisherigen Institutsförderung erlaube, auf aktuelle Entwicklungen eingehen zu können, statt kulturpolitisch zu erstarren. Diesem neuen Modell stimmt der Grosse Rat deutlich zu.

Die vorberatende Kultur- und Bildungskommission (BKK) war in der Frage des neuen Orchesterfördermodells gespalten. Mit nur sechs Stimmen bei fünf Enthaltungen erliess sie ihren Beschluss. GLP-Grossrätin Martina Bernasconi ist eine der Befürworterinnen. «Etwas Konkurrenz tut der Basler Musikszene gut.» Martina Bernasconi vetritt damit die Meinung der Kommissions-Mehrheit. Aber, sie ist voreingenommen, denn sie ist im Vorstand des Braockorchesters La Cetra. Ein Orchester, das mit dem neuen Modell ebenfalls einmal in den Genuss von Staatsbeiträgen kommen könnte. «Alle professionellen Orchester haben künftig die Chance, vom Staat unterstützt zu werden.»

Zu grosser Einfluss des Präsidialdepartements

Ganz anders argumentierte Oskar Herzig (SVP), ebenfalls MItglied der BKK. Seine Fraktion ist mit der Stossrichtung der neuen Orchesterförderung grundsätzlich nicht einverstanden. «Wir sehen nicht ein, weshalb man überhaupt etwas ändern muss.» Dass eine Jury über die Vergabe der Fördergelder entscheiden soll, stört die SVP. Die Jury wird vom Präsidialdepartement zusammengestellt. «Die Orchester werden durch diese Jury bevormundet. Der Staat sollte Kultur nicht beeinflussen, eine solche Planwirtschaft unterstützen wir nicht.»

(Regionaljournal Basel, 06.32 Uhr)