Kontrolle «Basel World»: Bei einem Drittel gibts Nachkontrollen

Um Lohndumping beim Auf- und Abbau der Uhren- und Schmuckmesse «Basel World» zu verhindern, kontrollieren Gewerkschaften und Arbeitgeber die Handwerker und ihre Auftraggeber. Doch diese Kontrollen sind langfädig und bringen nicht immer letzte Gewissheit.

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Bildlegende: Der Aufbau der Baselworld 2014 läuft auf Hochtouren. Keystone

Dort, wo in wenigen Tagen teure Uhren in edlen Schatullen ausgestellt werden, werken derzeit Handwerker und Arbeiter. Der Aufbau der Uhren- und Schmuckmesse «Basel World» läuft auf Hochtouren, im Innern der Messe entstehen derzeit millionenteure Stände.

Die Handwerker, die diese kleinen Paläste erbauen, arbeiten täglich zwischen zehn und zwölf Stunden. Die meisten von ihnen seien selbständig Erwerbende, sagen sie den Baustellenkontrolleuren der Basko, einem Zusammenschluss von Gewerkschaften, Arbeitgebern und paritätischen Kommission, die diese Kontrollen in Auftrag gibt. Ob dem so ist, prüfen die Baustellenkontrolleure. Dabei legen sie auch Wert darauf, dass die Arbeitenden genügend Lohn erhalten. Dies sei wichtig um Lohndumping zu verhindern, sagen die Kontrolleure. Bereits führten sie 30 Kontrollen an der «Basel World» durch. Geplant sind insgesamt 100 Kontrollen.

Bei einem Drittel der Kontrollen kommen Fragen auf

Bei einer Kontrolle, die das «Regionaljournal Basel» von Radio SRF am Donnerstagmorgen begleitete, entdeckten die Kontrolleure Ungereimtheiten bei einem Stand. Und dies ist nichts Ungewöhnliches. «Wenn ich drei Kontrollen mache, werde ich etwa bei einer skeptisch und gehe in die Tiefe», sagt Baustellenkontrolleur Heinz Hänni gegenüber dem «Regionaljournal Basel». Dann kommt der zehnseitige Fragekatalog zum Einsatz und der betreffende Arbeiter muss eine Zwangspause von etwa einer Stunde einlegen.

Im konkreten Fall war der Arbeiter aus Deutschland nicht korrekt bei den Schweizer Behörden gemeldet. Zudem war der Arbeitsvertrag nicht unterschrieben. «Ich werde am Montag nochmals vorbei gehen und nachsehen, ob der Vertrag nun unterschrieben ist», sagt Hänni. So oder so entstünden bei den Kontrollen im Nachgang weitere Arbeiten, vor allem, wenn die Kontrolleure beispielsweise den Verdacht nicht los werden, dass es sich beim kontrollierten Arbeiter nicht um einen selbständig Erwerbenden handelt, wie er selbst sagt, sondern um einen Angestellten.

Mehr Geld wäre nötig

Die Abklärungen seien nicht selten sehr umfangreich, sagt Werner Rindlisbacher von der Gewerkschaft «Syna». «Die 500 Franken, die wir pro Kontrolle bekommen, sind zu wenig. Wir müssten etwa das Doppelte dafür bekommen.»

Gross ist der Aufwand vor allem dann, wenn die Baustellenkontrolleure Verstösse und Ungereimtheiten weiter leiten, die Paritätische Kommission diese weiter verfolgt und der Angeschuldigte danach Rekurs einreicht. «Es sind viele Stellen involviert und viele Abklärungen nötig. Deshalb dauert es so lange, bis das Amt für Arbeit und Wirtschaft komplette Dossiers vor sich hat und abschliessend beurteilen kann», sagt Rindlisbacher darauf angesprochen, dass vor allem die Gewerkschaften oft Alarm schlagen, es dann aber selten zu Urteilen kommt.