Landrat will keine Gaskombikraftwerke im Baselbiet

Der Baselbieter Landrat will keine möglichen Standorte für ein Gaskombikraftwerk prüfen lassen. Er hat am Donnerstag einen SVP-Vorstoss mit dieser Forderung mit 48 gegen 34 Stimmen abgelehnt. Dies wäre ein falsches Signal gegenüber den erneuerbaren Energien, hiess es.

Gaskombikraftwerk im Grünen, grosser Kamin in der Mitte Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Geplantes Gaskombikraftwerk im Kanton Neuenburg - Der Landrat will nicht, dass weitere Standorte geprüft werden Keystone

Die SVP hatte konkret ein Gaskombi-Kraftwerk im Laufental ins Auge gefasst, das die BKW FMB Energie AG erstellen könnte. Dort könnte es direkt ans bestehende Erdgas-Transportnetz angeschlossen werden.

Die Regierung fände eine Prüfung sinnvoll; man prüfe ja auch für Windkraft frühzeitig potenzielle Standorte. Die FDP warnte, erneuerbare Energiträger bräuchten einen Ausgleich für ihre unregelmässige Produktion. Man solle doch nicht jetzt eine Option streichen - zumal die Kompetenz ohnehin beim Bund liege. Die SVP pochte darauf, dass man heute Platz reservieren müsse, wenn Gaskombikraftwerke möglich bleiben sollen.

Die SP sah keinen Bedarf für den Vorstoss, da Gaskombikraftwerke heute nicht wirtschaftlich seien. Die beiden grösseren Versorger im Kanton wollten auch keines. Nötig werden könnte die Option erst nach Abschaltung der beiden alten AKW; bei vier Jahren Planungszeit wäre ein Gaskombikraftwerk dann immer noch schnell genug aufgegleist.

 Der CVP/EVP-Fraktion ist der «immense CO2-Ausstoss» ein Dorn im Auge: Ein solches Werk brächte einen Drittel des Ausstosses des gesamten Kantons samt Verkehr zusätzlich. BDP/GLP verwiesen zudem auf den schlechten Wirkungsgrad. Wie für die Grünen wäre für sie die Unterstützung eines Gaskombikraftwerk-freundlichen Postulates ein falsches Signal.