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Basel Baselland Lieber Sydney statt Brüssel sagen sich Basler Studierende

Seit fast 30 Jahren können Studierende in Europa einen Austausch an eine andere Universität machen über das sogenannte Erasmus-Programm. Für Basler Studentinnen und Studenten ist das jetzt aber viel komplizierter. Sie spüren die Konsequenzen der Masseneinwanderungsinitiative.

Larissa Bieli bekommt diese Konsequenz direkt zu spüren. Sie plante für das nächste Semester einen Austausch in Europa: «Ursprünglich wollte ich nach Paris, Brüssel oder Riga.» Daraus wird für die 25-jährige Studentin am Europa-Institut der Universität Basel aber nichts. Zu unsicher sei für sie ein Austausch in Europa zur Zeit.

Opfer eines politischen Spiels

Als Retourkutsche auf die Annahme der Masseneinwanderungsinitiative hat die EU der Schweiz nämlich die Teilnahme am Erasmus-Programm gekündigt. Die Schweiz ist jetzt nur noch ein sogeannter Drittstaat. Damit Studienaustausche in Europa trotzdem weiter möglich sind, müssen die Schweizer Universitäten mit all ihren europäischen Partnern neue, individuelle Abkommen aushandeln.

Ich habe Kolleginnen, die nicht auf Erasmus gehen konnten.
Autor: Larissa BieliStudentin Universität Basel

Das sei eine grosse Arbeit, sagt Andrea Delpho, die bei der Universität Basel für das Erasmus-Programm zuständig ist: «Wir müssen mit jeder unserer 250 Partnern einen neuen Vertrag aushandeln. Das dauert natürlich eine Weile.» Noch immer würden gewisse Antworten austehe. Es komme dazu, dass die Universität Basel auch einige Absagen einstecken muss.

Für die Studentinnen und Studenten ist das eine unsichere Situation, sagt Larissa Bieli: «Ich habe viele Kolleginnen, die nicht gehen konnten. Andere mussten kurzfristig die Universität wechseln.» Die Zahlen widerspiegeln diese Unsicherheit: Im letzten Jahr gingen rund 20 Prozent weniger Basler Studierende auf Erasmus als 2013. Umgekehrt, bei europäischen Austausch-Studenten, die nach Basel kommen, ist der Rückgang noch stärker. Hier nahm die Zahl um 25 Prozent ab.

Wir müssen mit jedem unserer 250 Partnern einen neuen Vertrag aushandeln.
Autor: Andrea DelphoErasmus-Koordinatorin Universität Basel

Larissa Bieli gibt nicht klein bei und plant anstatt in Europa nach Australien in den Austausch zu gehen: «Ich weiss klar, was mich in diesem Programm erwartet. Da kann ich mich gut darauf vorbereiten.» Die Universität Basel hat mit mehreren Partnern in Australien direkte Abkommen.

(Regionaljournal Basel, 06:32 Uhr)

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2 Kommentare

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  • Kommentar von W. Balmer, Busswil
    Und wo ist das Problem? Dieser Zustand des "sogenannten Drittstaates" hat die Schweiz bis 2011 innegehabt und damals hat niemand gejammert. Wenn man die Zahlen vor 2010/2011 mit den Zahlen von 2011/2012 vergleicht, macht dies auf die 2612 studierenden welche am Erasmus-Programm teilgenommen haben, gerade einmal eine Zunahme von 230 studierende aus. Ganz nach dem Motte "jammern ohne zu leiden".
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  • Kommentar von Katharina Müller, 8400 Winterthur
    Bitte um genaue Anzahl der Studenten, die bis anhin an einem Studentenaustauschprogramm teilgenommen haben. Prozentangaben sagen nichts aus.
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