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Basel Baselland Millionenschäden nach Unwetter im Baselbiet

Gestern kam es im Baselbiet zu heftigen Unwettern. Die Gebäudeversicherung rechnet mit Schäden von bis zu zehn Millionen Franken. Betroffen waren auch Orte, die alle überraschte: Dass zum Beispiel in Augst die Autobahn unter Wasser stehen könnte, damit hatten nicht einmal die Behörden gerechnet.

Werner Stampfli ist oberster Feuerwehrmann im Kanton Baselland. Er hat schon viele Einsätze miterlebt. Das Gewitter von gestern Nachmittag war aber auch für ihn speziell. Dass nämlich sogar die Autobahn bei Augst überschwemmt werde, das sei ein neues Phänomen: «Das Wasser konnte dort gar nicht mehr in die gesättigten Böden eindringen. Dort konnten wir als Feuerwehr wenig unternehmen, weil wir dort das Wasser nirgendwohin abpumpen konnten.»

Naturgefahrenkarte Baselland, Ausschnitt Augst
Legende: Auf der Naturgefahrenkarte sind Hangwasser gefährdete Gebiete violett schraffiert. Die Autobahn ist nicht dabei. SRF

Dass dieser Autobahnabschnitt unter Wasser stehen könnte, damit hatten nicht einmal die Behörden gerechnet. Ein Blick auf die Naturgefahren-Karte des Kantons Baselland zeigt nämlich, dass dieser Autobahnabschnitt nicht als gefährdet gilt. Nicht gefährdet für so genanntes Hangwasser, also Wasser, das nicht mehr im Boden versickern kann, weil dieser so gesättigt ist und sich dann an der Oberfläche einen Weg sucht. Genau dies ist jedoch in Augst passiert. Weil das Wasser nicht mehr auf dem angrenzenden Feld versickern konnte, floss es auf die Autobahn.

Das Gewitter hielt Polizei und Feuerwehr aber auch an anderen Orten im Kanton auf Trab, sagt Stampfli. Insgesamt gingen gestern rund 400 Notrufe bei der Baselbieter Notrufzentrale ein. Für Stampfli sei es auch unbestritten, dass solche «Elementar-Ereignisse» wie er es nennt, in naher Zukunft zunehmen würden.

Ein Problem dabei sei auch das verdichtete Bauen, das bei der Schadensbekämpfung eine Rolle spielen würde, sagt Stampfli. Komme dazu, dass die Bevölkerung erwarte und verlange, dass man jederzeit mobil sein könne. «Eine Autobahn kann man heute kaum noch sperren», sagt Stampfli.

Inzwischen sind auch bei der Basellandschaftlichen Gebäudeversicherungen bereits rund 1000 Schadensmeldungen eingegangen. Diese hat speziell für die beiden Gewitter von gestern und vorgestern spezielle Formular aufgeschaltet. Bernhard Fröhlich, Direktor der Basellandschaftlichen Gebäudeversicherung, rechnet damit, dass insgesamt die Schäden zwischen fünf und zehn Millionen Franken betragen werden.

In sehr kurzer Zeit habe es sehr stark geregnet, erklärt Meteorologe Felix Blumer von SRF Meteo. Komme dazu, dass die Luft sehr warm und feucht sei und es kaum eine Strömung gebe. Verschärft habe sich die Situation, weil sämtliche Böden bereits gesättigt waren, sei das Wasser sehr viel schneller abgeflossen. Eine völlige Entwarnung könne er noch nicht geben, aber in den nächsten Tagen werde sich das Wetter wieder beruhigen.

(Regionaljournal Basel, 12.03 Uhr/17:30 Uhr)

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