Mit einem Laster voll Fleisch über den Basler Grenzübergang

Immer wieder werden tonnenweise Fleisch und Spirituosen in die Schweiz geschmuggelt; immer wieder werden diese Schmuggler dabei von der Basler Zollfahndung erwischt. Meist sind es kleine Betriebe, die illegal Waren in die Schweiz einführen. Das Hauptproblem: Die Wettbewerbsverzerrung in der Schweiz.

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Bildlegende: Die Basler Grenzwache ist seit Jahren mit Schmuggelfällen im Tonnenbereich konfrontiert. Keystone

Das Phänomen ist nicht neu, die Dimensionen sind trotzdem beeindruckend: 1.8 Tonnen Fleisch und Spirituosen fanden Basler Zöllner in einem Lieferwagen: «Eigene Erkenntnisse und Hinweise aus der Bevölkerung haben uns geholfen, den Schmuggel aufzudecken», sagt Paul Zuber, Chef der Basler Zollfahndung.

Bei der Basler Zollfahndung habe man die entsprechenden Mittel, um dem Schmuggel entgegenzuhalten, sagt Paul Zuber. Aber auch die Gegenseite sei gut organisiert: «Wir sprechen von einer Schattenwirtschaft.»

Es seien vor allem kleine Betriebe, die im grossen Stil Fleisch und Spirituosen über die Grenze schmuggeln. Betriebe, die es auf dem Schweizer Markt nicht leicht haben. «Diese kleinen Unternehmen versuchen so ihren Gewinn zu optimieren und über die Runden zu kommen», meint Zuber. Dabei entstehe natürlich ein Nachteil für die Konkurrenz.

Doppelter Gewinn

Denn die geschmuggelte Ware aus dem Ausland ist meist günstiger als das Pendant in der Schweiz. Zudem würden die geschmuggelten Produkte oft nicht in die Buchhaltung aufgenommen. «Schmuggel ist unsozial, weil dem Staat Abgaben entgehen und unfair für die Wirtschaft, weil der Wettbewerb verzerrt wird.» Die Betriebe bezahlen oftmals weder Mehrwerts-, noch Gewinnsteuer und profitieren dadurch gleich doppelt.

(Regionaljournal Basel, 06.32 Uhr)