Neue Fakten in der Basler Museumskrise

Seit Tagen ist das Finanzloch des Historischen Museums Basel ein Thema. Es fehlen dort offenbar 745'000 Franken. Der zuständige Regierungsrat beschuldigt die ehemalige Leiterin Marie-Paul Jungblut. Diese weist alle Vorwürfe zurück. Nun macht die Finanzkontrolle ihren Bericht öffentlich.

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Bildlegende: 2012: Die Welt war noch in Ordnung. Marie-Paul Jungblut stellt sich der Öffentlichkeit vor. Juri Weiss

Der Bericht der Finanzkontrolle Basel-Stadt bestätigt die Recherchen des «Regionaljournals Basel» von Radio SRF. Unter der ehemaligen Direktorin Marie-Paul Jungblut sei einiges nicht korrekt gelaufen.

Die Finanzkontrolle stellt in ihrem nun veröffentlichten Bericht fest, dass das Historische Museum Basel seine Ausstellungen nicht einheitlich organisierte und durchführte. Weiter stellt die Finanzkontrolle fest, dass zum Teil keine Verträge abgeschlossen wurden. Auch dann nicht, wenn es sich um Grossaufträge handelte.

Weiter wurde falsch budgetiert. Bei der Ausstellung «Fussball, Glaube, Liebe, Hoffnung - Leidenschaft» wurden Ausgaben von 400’000 Franken und Einnahmen von 327’875 Franken budgetiert. Das hätte ein geplantes Defizit von 72’125 Franken bedeutet. Effektiv resultierte ein Defizit von knapp 204’000 Franken.

Weiter stand der Vorwurf der schlechten Personalführung im Raum. Die Finanzkontrolle hält in ihrem Bericht fest, dass es unter der Führung von Marie-Paul Jungblut eine hohe Fluktuation gab. Eine Kündigung sei durch das Museum ausgesprochen worden, sechs weitere Mitarbeitende hätten von sich aus gekündigt.

Die Finanzkontrolle schreibt: «Wir haben festgestellt, dass wesentliche Führungsinstrumente nicht vorhanden oder die vorhandenen Instrumente nicht gebraucht werden.