Nicht alle haben Freude an der autofreien Innenstadt

Während das Basler Baudepartement ein positives Fazit nach dem ersten Jahr mit dem neuen Verkehrsregime zieht, kann der Gewerbeverband die Euphorie nicht teilen.

Gewerbedirektor Gabriel Barell hält eine Rede. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Gewerbedirektor Gabriel Barell ist nicht glücklich mit der autofreien Innenstadt. Juri Weiss

Vor den Festtagen freute sich das Basler Baudepartement zusammen mit dem Sicherheitsdepartement. Das neue Verkehrsregime mit einer autofreien Basler Innenstadt sei ein Erfolg, hiess es in der Mitteilung der zwei Departemente. Die Flanierzonen seien grösser und die Zahl der Leute in der Basler Innenstadt habe deutlich zugenommen.

Diese Euphorie teilt der Direktor des Basler Gewerbeverbandes, Gabriel Barell, nicht. Im Gegenteil, er habe von seinen Mitgliedern ganz andere Rückmeldungen. Vor allem Restaurants und Läden, welche sperrige Sachen verkaufen, hätten Mühe. Viele würden einen massiven Rückgang an Kunden beklagen.

Auch Ärztinnen und Ärzte kritisieren das neue Verkehrsregime. Noch immer erhielten Hausärzte Bussen, wenn sie in der Innenstadt ihre Hausbesuche verrichten, sagt Felix Eymann, Hausarzt und Präsident der Medizinischen Gesellschaft Basel-Stadt. Ärger erwartet Felix Eymann spätestens dann, wenn mehr Poller die Zufahrt in die Innenstadt verwehren. Probleme erwartet er bei Notfällen. Sollten dabei Patienten Schaden erleiden, könnte es zu Klagen kommen.

Auch viele Autofahrerinnen und -fahrer dürften wenig Freude haben. Viele seien vor allem zu Beginn gebüsst worden, sagt Andreas Knuchel, Sprecher der Basler Polizei. Bis Ende Jahr habe die Zahl der Bussen aber abgenommen. Nur die Velofahrer hätten noch Mühe, sich an die neuen Verkehrsregeln zu halten.

(Regionaljournal Basel, 6.32 Uhr)