Patente auf Lebensmittel: Basler Stiftung schlägt Alarm

Pro Specie Rara setzt sich für den Erhalt einheimischer Kulturpflanzen ein. Nun sieht sich die Stiftung von internationalen Saatgut-Multis bedroht. Der Grund: Konzerne wie Syngenta lassen Eigenschaften von Pflanzen patentieren.

Béla Barthy, Geschäftsführer von Pro Specie Rara, in den Merian-Gärten. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Béla Bartha, Geschäftsführer von Pro Specie Rara, in den Merian-Gärten. Patrick Künzle/SRF

Rund 3000 Freiwillige züchten für die Non-Profit-Stifung Pro Specie Rara alte Pflanzensorten. Sie geben ihr Saatgut gratis zum Weiterzüchten weiter. So soll die Pflanzenvielfalt in der Schweiz erhalten bleiben.

Nun schlägt Geschäftsführer Béla Bartha jedoch Alarm. Internationale Grosskonzerne liessen immer mehr Eigenschaften von Pflanzen patentieren. Dies bedrohe die Arbeit von Pro Specie Rara.

Züchter, die Saatgut von Pro Specie Rara erhielten, hätten keine Garantie mehr, dass das Saatgut keine patentierte Eigenschaften enthalte. «Der Züchter muss befürchten, dass eine patentierte Eigenschaft drin ist und er dafür Geld zahlen muss an einen Konzern, der die Eigenschaft patentieren liess.»

Syngenta verteidigt sich

Einer dieser Konzerne, die Patente auf Saatgut haben, ist Syngenta in Basel. Michael Kock, der bei Syngenta für Patente zuständig ist, verteidigt die Praxis seiner Firma. Die Pflanzenzüchtung sei sehr teuer und müsse sich für Syngenta auch lohnen. «Eine Eigenschaft wie zum Beispiel eine Insektenresistenz zu finden in einer Wildsorte dauert etwa zehn Jahre und kostet zehn Millionen Franken.» Nur mit Patenten habe Syngenta die Garantie, dass sich eine derart komplizierte Züchtung auch lohne.

(Regionaljournal Basel, 06.32 Uhr)