Prattler Verein im Streit mit dem Fussballverband

Weil der Fussballverein Pratteln United mehrmals Spieler unter falschem Namen eingesetzt hatte, wurden zwei seiner Junioren-Mannschaften für längere Zeit gesperrt. Beim Verein ist man empört. Vizepräsident Marcel Aebischer findet die Strafe völlig unverhältnismässig und gibt sich kämpferisch.

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Bildlegende: Hart bestraft: Die D-Junioren von Pratteln United dürfen zwei Jahre lang keine Meisterschaftsspiele austragen. ZVG

Marcel Aebischer, Vizepräsident des Fussballvereins Pratteln United, ist wütend auf den Nordwestschweizer Fussballverband (FVNWS): «Man will an uns ein Exempel statuieren. Und dagegen werde ich mich wehren.»

Grund für Aebischers Wut ist die strenge Bestrafung seines Vereins nach mehreren Verstössen gegen das Verbandsreglement: Gleich zwei Jahre lang dürfen zwei Prattler Juniorenmannschaften nicht in der Meisterschaft antreten.

Spieler unter falschem Namen auflaufen lassen

Pratteln United wurde erst vor drei Jahren als Abspaltung des FC Pratteln gegründet. Man wolle ein innovativer und kreativer Verein sein, hiess es damals. Etwas zu kreativ waren aber die Methoden zweier Trainer des Vereins während der vergangenen Saison: In mehreren Meisterschaftsspielen der C- und D-Junioren setzten sie Spieler unter falschem Namen ein. Dabei spielten jeweils Kinder, die noch nicht für den Verein gemeldet waren, während auf dem Matchblatt der Name eines bereits registrierten Spielers stand, der nicht mehr im Verein aktiv war.

«  Was können die Kinder dafür? »

Marcel Aebischer
Vizepräsident Pratteln United

Die Strafe des Nordwestschweizer Fussballverbands ist hart: Die C- und D-Junioren von Pratteln United werden für zwei Saisons aus dem Spielbetrieb ausgeschlossen, die betroffenen Trainer werden für ein Jahr gesperrt und der Verein erhält eine Busse von 2'000 Franken. Für Marcel Aebischer ist die Busse völlig unverhältnismässig: «Selbstverständlich haben wir einen Fehler gemacht. Aber was können die Kinder dafür? Ich habe die beiden Trainer aus dem Verkehr gezogen, das ist eine ausreichende Bestrafung.»

Keine Gnade beim Verband

Beim Nordwestschweizer Fussballverband hat man wenig Verständnis für Aebischer. Zu den Vorwürfen nimmt der Verband nur schriftlich Stellung und schreibt per E-Mail, Pratteln United sei nach zwei Vorfällen im Herbst vorgewarnt worden, dass es bei neuerlichen Unregelmässigkeiten zu einer Sperre komme. Trotzdem habe der Verein in zwölf Spielen im Frühling Spieler unter falschem Namen eingesetzt. «Der Verein ist in letzter Konsequenz für das Handeln seiner Trainer und Funktionäre verantwortlich.»

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Bildlegende: Marcel Aebischer vom Fussballverein Pratteln United liegt im Clinch mit dem Verband. SRF

Der Verband findet also, als Wiederholungstäter habe Pratteln United keine Gnade mehr verdient. Und auch das Argument, dass die Sperre die unschuldigen elf- bis vierzehnjährigen Spieler des Vereins bestrafe, will der FVNWS nicht gelten lassen: «Sämtliche Spieler der betroffenen Mannschaften Junioren C und D9 von Pratteln United haben die Möglichkeit, einen Vereinswechsel vorzunehmen und erhalten so die Möglichkeit, in einer Nachwuchsabteilung aktiv zu sein, die sich wie die überwiegende Mehrzahl der Clubs innerhalb des FVNWS an die geltenden Bestimmungen und Reglemente hält.»

Fall für das internationale Sportgericht in Lausanne?

Ein schwacher Trost für Marcel Aebischer. Für seine Juniorenabteilung ist das Fehlen zweier Mannschaften ein schwerer Schlag. Aebischer wirft dem Verband vor, es fehle eine unabhängige Stelle, wo er gegen den Entscheid rekurrieren könne. «Im Fussballverband ist die Rekurskommission zu nahe an der Wettspielkommission. Der Eine stützt den Andern.» Daher sei es kein Wunder, dass der Rekurs von Pratteln United abgelehnt worden sei. Nun will Aebischer den Fall weiterziehen, wenn nötig bis ans internationale Sportgericht in Lausanne.

(Regionaljournal Basel, 06.32 Uhr)