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Primarschule Zwingen Eurythmie an staatlicher Schule sorgt für Zoff

Am Freitagabend treffen sich die Schulverantwortlichen zur Krisensitzung. Grund sind umstrittene Unterrichtsmethoden.

Schülerinnen und Schüler der Primarschule Zwingen haben am 1. Mai mit einer ungewöhnlichen Plakataktion gegen Vorgänge an ihrer Schule protestiert. Ausgelöst wurde der Protest durch zwei Lehrerinnen, die gekündigt hatten. Die Schüler werfen dem Schulleiter vor, er habe diese beiden Lehrerinnen gemobbt und beleidigt. «Wir die 5. Klasse finden das sehr ungerecht und wollen, dass das sich ändert», steht auf dem Plakat, das die «Basler Zeitung» und die «Basellandschaftliche Zeitung» am Freitag publik machten.

In den Zeitungsberichten nennt eine der betroffenen Lehrerinnen den Grund für ihre Kündigung. Im Oktober habe ihre Klasse, die sie erst übernommen hatte, bei einem Vergleichstest schlecht abgeschnitten. Sie habe dann gemerkt, dass die Schüler einen Lernrückstand hatten und dass ihre Vorgängerinnen unter anderem Eurythmie-Übungen mit den Schülern praktiziert hatten.

Keine Stellungnahme zu Vorwürfen

Als sie den Schulleiter damit konfrontierte, ging dieser nicht darauf ein. Im Gegenteil habe er ihr Unkollegialität und Sturheit vorgeworfen. Daraufhin reichte die Lehrerin und eine Kollegin die Kündigung ein. Gegenüber dem «Regionaljournal Basel» von Radio SRF wollte der Schulleiter keine Stellung zu den Vorwürfen nehmen. Er verwies auf den Schulrat als vorgesetzte Behörde von Schulleiter und Lehrerpersonen.

Auch Schulrat Harald Schmidlin wollte am Freitag nicht auf Details eingehen. Man wolle die Sache nun jedoch aufklären. Für Freitagabend wurde eine Sitzung einberufen, an der Schulrat, Lehrer und Schulleitung teilnehmen. «Es geht nun darum, Transparenz zu schaffen und Unsicherheiten aus dem Weg zu räumen», sagt Schmidlin. Er bestätigt, dass unklar ist, wie intensiv und in welcher Form anthroposophische Unterrichtsmethoden an der Primarschule Zwingen angewandt wurden.

Die Grundsätze des Lehrplans und der Methodik müssen umgesetzt werden.
Autor: Beat LüthyLeiter Amt für Volksschulen

Dafür interessiert sich auch die Bildungsdirektion des Kantons. Nach einer Anzeige des Lehrervereins hat sich auch das Amt für Volksschulen AVS als Aufsichtsbehörde eingeschaltet, wie Leiter Beat Lüthy bestätigt. «Lehrer hätten relativ grossen Spielraum bei der Gestaltung ihres Unterrichts. Aber die Grundsätze des Lehrplans und dessen Methodik müssen umgesetzt werden», betont Lüthy.

Am nächsten Montag findet ein Treffen mit Vertretern des Schulrats aus Zwingen statt. Danach werde entschieden, ob ein weiteres Eingreifen der kantonalen Behörden nötig ist.

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