Privatpersonen schmuggeln gerne Fleisch

Die Zollkreisdirektion und das Grenzwachtkommando Basel präsentierten am Donnerstag ihre Bilanz des vergangenen Jahres. Fazit: Der Einkaufstourismus hat erneut zugenommen, auch erwischte die Grenzwache mehr Schmuggler.

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Bildlegende: Zoll-Sammelsurium SRF

Der Einkaufstourismus sorgte für Stau, insbesondere an Feiertagen. Privatpersonen haben 2013 insgesamt 124'921 Waren verzollt. Das entspricht einem leichten Wachstum von 1,2 Prozent. Auch die Einnahmen durch Verzollungen von Privatpersonen sind im vergangenen Jahr leicht gestiegen und betragen
10,1 Millionen Franken.

Einkaufstourismus hat seine Tücken

Der Einkaufstourismus hat aber auch seine Tücken: Teilweise - vor allem vor Weihnachten - brach der Verkehr vor der Grenze zusammen. «Wollten zu viele Menschen den Mehrwert-Steuer-Zettel gleichzeitig abstempeln, dann ist der Verkehr kollabiert», sagte Patrick Gantenbein von der Grenzwache Basel gegenüber dem «Regionaljournal Basel» von Radio SRF. Es würden die Parkplätze beim Zoll fehlen, so dass die Autos auf der Autobahn abgestellt wurden. «Und das blockierte den Verkehr», sagte Gantenbein weiter. Vor allem der Grenzübergang Rheinfelden sei davon betroffen gewesen.

Mit dem Einkaufstourismus hat auch der private Schmuggel zugenommen, und zwar um rund 10 Prozent. Insgesamt schrieb die Grenzwacht 5027 Strafprotokolle. Hoch im Kurs beim Schmuggeln waren Fleischwaren, aber auch Alkoholika und Milchprodukte.

Kriminalität und Gewalt

Viel Arbeit bescherte den Grenzwächtern die grenzüberschreitende Kriminalität. Unter anderem wurden mehr Waffen und zur Fahndung ausgeschriebene Gegenstände gefunden. Bei den Drogen wurden deutlich weniger Canabisprodukte und Designerdrogen entdeckt, dafür mehr Khat.

Die Gewalt an der Grenze habe 2013 zugenommen, sagt die Grenzwacht Basel. Insgesamt gab es 70 Fälle von Gewalttaten gegen Grenzwächterinnen und -wächter. Im 2012 waren es 41 Vorfälle.

Weniger LKW-Staus

Bewährt habe sich die neuen Zollabfertigungs-Hochkabinen am Grenzübergang Basel/Weil-Autobahn, sagt die Grenzwache. «Um sieben Uhr morgens hat es dort keinen Stau mehr beim Transitverkehr», sagt Hein Engi, Direktor Zollkreis Basel. Dieser Umstand käme auch den zahlreichen Pendlerinnen und Pendler entgegen.