Region Basel hat beim Fahrplanwechsel das Nachsehen

Wer am Sonntag Zug fahren will, sollte vorher einen Blick auf den neuen Fahrplan werfen. Vor allem im Grossraum Zürich und in der Westschweiz wird es mit dem Fahrplanwechsel ab dem 13. Dezember zahlreiche Änderungen geben. Schlechter weg kommt die Region Basel.

Frau vor Fahrplan Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Am Sonntag lohnt es sich, den Fahrplan genauer zu studieren. Zahlreiche Veränderungen stehen an. Keystone

Für die SBB ist es die anspruchsvollste Fahrplanänderung seit 2004, als die «Bahn 2000» eingeführt wurde. Die meisten Änderungen betreffen die West-Ost-Achse, weil die Durchmesserlinie nun auch für den Fernverkehr genutzt wird. Dies ermöglicht drei Fernzüge pro Stunde zwischen Zürich HB und St. Gallen. Auch von Basel gibt es neu direkte Züge in die Ostschweiz. Der sogenannte «Flugzug» ab Basel SBB fährt neu via Zürich HB zum Flughafen.

Vorteile für Zürich - Nachteile für Basel

Der Fahrplanwechsel bringt jedoch für die Region Basel vor allem Nachteile. So werden die direkten Verbindungen von Basel in die Westschweiz wegen Bauarbeiten gekappt: Wer ab Basel nach Lausanne reist, muss in Olten umsteigen; nach Genf ist der Anschluss in Biel auf dem gleichen Perron möglich.

Laut Stephan Maurer, Präsident Interessengemeinschaft öffentlicher Verkehr IGÖV Nordwestschweiz bringe der Fahrplanwechsel deutlich mehr Verschlechterungen als Verbesserungen für die Region Basel.

«Auf einer Skala von 1 bis 10 gebe ich die Note 3», sagt Maurer, der früher bei der SBB verantwortlich war für den Ausbau und Betrieb der Regio-S-Bahn in Basel. «Das Hauptproblem sind die fehlenden Kapazitäten auf den Bahnstrecken in der Region Basel», sagt Maurer.

Bau der grossen Bahn-Projekte dringend nötig

Es sei deshalb dringend nötig, dass die geplanten Projekte wie zum Beispiel ein der S-Bahn-Tunnel auch wirklich gebaut werden. Vor allem Zürich habe in Vergangenheit besser lobbyiert in Bern, wenn es um Gelder für den Bahnausbau gegangen ist. Dazu komme, dass die im Gegensatz zu Zürich in der Region Basel der Güterverkehr auf den gleichen Linien verkehrt, wie der Fernbahn- und Regional-Verkehr.

Damit am Sonntag, 13. Dezember, niemand den richtigen Zug verpasst, informiert die SBB in den Regionen mit Flyern und Durchsagen über die grössten Neuerungen. Erste Nagelprobe für die SBB ist der Montag, wenn die Pendlerinnen und Pendler unterwegs sind.