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Basel Baselland Säcke und Container: Kompromiss beim Basler Abfallkonzept

Der Grosse Rat hat sich zwischen den Extrempositionen - nur Säcke oder nur unterirdische Container - für die Mitte entschieden: Er halbierte das Budget für die Sammelcontainer - somit kann das System nicht flächendeckend eingeführt werden.

Kleine Container auf einem Platz, Erlenmatt
Legende: Solche Unterflur-Container stehen bereits im Erlenmatt-Quartier. Bald gibt's mehr davon, aber nicht überall in Basel. zVg

Die Pläne der Regierung, das Containersystem flächendeckend einzuführen, wurden zuletzt nur von den Grünen unterstützt. Auf der anderen Seite war das bürgerliche Lager, das an der bisherigen Lösung festhalten wollte: «Abfallentsorgung ist eine Staatsaufgabe und die Bürger haben den Anspruch auf die Dienstleistung, dass der Abfallsack an ihrer Haustür abgeholt wird», so Joël Thüring im Namen der SVP.

Kompromiss

Mit einem halben Budget solle der Systemwechsel zur Hälfte umgesetzt werden, und zwar gezielt in den dicht besiedelten Gebieten. Und wenn diese rund 300 statt 620 Container gebaut sind, könne man weiter schauen. Der Rat stimmte diesem Kompromiss mit 64 gegen 22 Stimmen letztlich deutlich zu.

Baudirektor Hanspeter Wessels kann mit dem Kompromiss leben: «In einigen Jahren erweisen sich die Vorteile der Unterflur-Container als offensichtlich. Es wird Druck aus der Bevölkerung entstehen, dass das System dann flächendeckend eingeführt wird.»

Gesundheit der Müllmänner

Der Systemwechsel war von der Regierung einerseits mit der Sauberkeit begründet worden, aber auch mit der Gesundheit der Müllmänner und auch mit finanziellen Argumenten. Das Containersystem habe zudem den Vorteil, dass der Abfall jederzeit - und nicht nur zweimal die Woche - entsorgt werden könnte. Als grösster Nachteil wurde gegen das neue System geltend gemacht, dass die Container gerade für ältere Einwohner und Einwohnerinnen nicht mehr in zumutbarer Gehdistanz zu stehen kommen würden.

(Regionaljournal Basel, 17:30 Uhr)

8 Kommentare

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  • Kommentar von M. Tisserand, Indonesien
    Dieser "Kompromiss" ist nichts anderes als eine Salamitaktik. Schade, dass man heutzutage für jede, noch so dumme, Idee einen Kompromiss finden muss. Aber zum Glück wohne ich nicht in Basel, die haben's ja eh auf den Häufen...also, schön weiter Geld ausgeben, bald folgt eine Milliarde für Schulhäuser...
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    1. Antwort von Nico Basler, Basel
      Zu Ende lesen sollte man. Die Investitionen in die Schulhäuser werden über x-Jahre verteilt!
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  • Kommentar von Nico Basler, Basel
    So und jetzt pflanzen wir die ersten Unterflur-Container den RR und den ja stimmenden Grossräten vor's Haus. Kaufen allen älteren Stadtbewohnern einen Elektro-Rollator mit Abfallsackhalter damit sie die unterirdische Müllhalde erreichen. Zudem rüsten wir die im Sommer stinkenden Müllhöhlen mit Parfumsprayer aus. Nachdem wir dann genügend (Steuer)-Lehrgeld bezahlt haben ist die ganze Seldwila-Uebung gestorben. Wetten?
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    1. Antwort von Carsten Bauer, Basel
      Mir ist jeder Kontainer mit Deckel vor dem Haus lieber als ein grotesker Bebbi-Sack, der im Keller oder auf dem Balkon zwischengelagert werden muss bis er endlich voll ist.
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    2. Antwort von Carsten Bauer, Basel
      Herr Basler, haben Sie schon einmal Baby-Windeln, die am Donnerstagabend gewechselt wurden zwischenlagern müssen, wenn der Bebbi-Sack erst am Dienstagmorgen abgeholt wird?
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  • Kommentar von Nico Basler, Basel
    OK wenn sie das Verlochen von x Millionen und das Wegrationalisieren von Stellen für Bildungsferne als Fortschritt bezeichnen ist das Ihre Sache, Herr Bauer. Aber die Abfallbewirtschaftung von Basel auf die Stufe von Neapel zu stellen ist schlicht daneben und mehr als polemisch. PS: Leute welche das Wort "ehrlich" inflationär benutzen sind mir sehr suspekt.
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    1. Antwort von carsten bauer, Basel
      Sie müssen genau lesen, Herr Basler! Ich vergleiche die Abfallbewirtschaftung nicht mit Neapel, sondern den von vierbeinigen Stadtbewohnern malträtierten, mit "Gratis-zum-Mitnehmen"-Wohlstandsmüll dekorierten Bebbi-Sack mit meinen Urlaubserinnerungen in Süditalien. Weder die jetzige Form des Bebbi-Sacks noch die zugemüllten Böschungen an der Autostrada sind eine gute Visitenkarte, nicht für die Urlaubsregion und schon gar nicht für das Tor zur Schweiz. 300 Kontainer sind ein guter Anfang.
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