Schlammschlacht und fehlendes Fingerspitzengefühl

Die beiden Kandidaten der SP und die FDP-Regierungskandidatin sind sich einig: Der Baselbieter Sicherheitsdirektor Isaac Reber zeigte bei der Bewerbung der Basler Grossrätin Sibel Arslan zu wenig Fingerspitzengefühl. Sie reden aber auch von einer Schlammschlacht.

Isaac Reber posiert vor dem Regierungsgebäude in Liestal. Portrait von Reber. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Isaac Reber muss Kritik von den Regierungskandidierenden Monica Gschwind, Regula Nebiker und Daniel Münger einstecken. Keystone

Regula Nebiker, Kandidatin der SP, sagt, sie sei gespalten. Auf der einen Seite finde sie es extrem ungerecht, dass zum Beispiel die Schulden der Grossrätin Sibel Arslan zum Thema wurden. Hätte sich nämlich eine weniger bekannte Person als Leiterin Strafvollzug bei der Baselbieter Sicherheitsdirektion beworben, hätte dies die Medien kaum interessiert. «Es ist wirklich mühsam, dass wir in einer politischen Situation sind, in der man solche Schlammschlachten anrichten kann», sagt Regula Nebiker.

Auf der anderen Seite habe Isaac Reber richtig gehandelt, dass er jetzt einen Schlussstrich gezogen habe. «Er fand einen Weg, wie man diese Angelegenheit aus dem öffentlichen Interesse rausnehmen kann», sagt Regula Nebiker. Damit widerspricht sie der Einschätzung ihres Parteikollegen und Nationalrats Eric Nussbaumer. Dieser hatte am Montag im Regionaljournal gesagt, Isaac Reber hätte sich hinter seine Verwaltung und das Bewerbungsverfahren stellen müssen.

«  Isaac Reber hätte schon viel früher Stellung nehmen müssen »

Monica Gschwind
FDP-Kandidatin

FDP-Kandidatin Monica Gschwind hingegen findet Isaac Reber habe richtig, aber spät gehandelt. «Es dauerte lang bis sich Isaac Reber äusserte. Er hätte schon viel früher Stellung nehmen müssen, weil es ein heikler Fall ist», sagt Monica Gschwind. Zudem hätte Isaac Reber schon viel früher eingreifen müssen: «Sibel Arslan hat extreme politische Haltungen. Da muss man schon sehr sensibel sein, ob dies mit einer Kaderstelle vereinbar ist oder nicht.»

Dies sieht SP-Kandidat Daniel Münger ähnlich: «Wenn ich Regierungsrat wäre, hätte ich sicher zweimal darauf geachtet, wenn sich eine bekannte Politikerin aus Basel auf eine Kaderstelle bewirbt.» In einem Punkt sind sich alle drei, die für die Regierung kandidieren, einig: Isaac Reber hätte von Anfang an mehr Fingerspitzengefühl zeigen müssen. Ob ihm all dies jetzt schadet und er es besonders schwierig haben wird bei den Regierungsratswahlen vom 8. Februar Stimmen zu holen, dazu wollten sich alle drei nicht äussern.

(Regionaljournal Basel, 17:30 Uhr)