Schweizer Demokraten in Basel suchen Kandidaten per Annonce

Einst war die Rechtsaussen-Partei in Fraktionsstärke im Grossen Rat vertreten - nun hat sie Personalprobleme. Die Schweizer Demokraten suchen daher mittels Zeitungsanzeige nach Frauen und Männern, die bei ihnen politisieren wollen. Die Aktion entpuppt sich jedoch als Sololauf eines Parteimitglieds.

Zeitungsannonce der Schweizer Demokraten. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Zwischen Erotikanzeigen und Bücherwerbung: Schweizer Demokraten suchen Mitglieder. zVg

Seit zwei Jahren ist Mario Bernasconi Mitglied der Schweizer Demokraten in Basel. Als er nun eine Liste mit Kandidaten für den Grossen Rat zusammenstellen wollte, merkte er: Die Mitgliederkartei seiner Partei ist verschwunden. «Vielleicht hat die Kartei jemand aus Frust zerstört. Ich weiss es nicht. Tatsache ist aber, dass es sie nicht mehr gibt.»

Aus diesem Grund sucht Mario Bernasconi nun via Zeitungsannonce nach ehemaligen Parteimitgliedern. Das Ziel ist, diese Frauen und Männer als Kandidaten für die Gesamterneuerungswahlen im Herbst aufstellen zu können.

Realistisch betrachtet sind die Wahlchancen der Schweizer Demokraten jedoch äusserst bescheiden. Das weiss Bernasconi selber. Ihm gehe es in erster Linie darum, dem Basler Politclown Eric Weber Stimmen abzuknöpfen. «Unser Ziel ist es, dass Weber Stimmen verliert.»

Alt-Kantonalpräsident findet Aktion einen Witz

Aber nicht alle Parteikollegen von Bernasconi finden seine Aktion mit der Zeitungsannonce gut. «Diese Aktion ist ein Witz: Man sucht doch nicht mit Inseraten nach Kandidaten», sagt Markus Borner, der letzte gewählte Kantonalpräsident der Basler SD. Borner sagt: Der Vorstand der Basler Schweizer Demokraten sei seiner Meinung nach nie offiziell aufgelöst worden. «Man hat sich das überlegt, aber es dann doch nicht gemacht.» Wenn also jemand auf Kandidatensuche gehen müsste, dann wäre das der Parteivorstand - und nicht ein Einzelkämpfer.

(Regionaljournal Basel, 12.03 Uhr)