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Streit um Rücktritt Basler SP-Mitglieder zoffen sich auf Facebook

Alt Nationalrat Ruedi Rechsteiner greift Nationalrätin Silvia Schenker frontal an und fordert sie zum Rücktritt auf.

Rechsteiners Wortwahl war ungefiltert, als er auf einen Post von Silvia Schenker zu einem ihrer Vorstösse im Nationalrat reagierte: «So tun als ob man etwas täte. Wann lesen wir von deinem Rücktritt?» Und weiter: «Ein bisschen Anstand stände dir gut an. Wenigstens ein bisschen.»

Hintergrund von Rechsteiners Attacke ist der seit langem schwelende Streit um einen vorzeitigen Rücktritt Schenkers aus dem Nationalrat. Ausgelöst hatte den Streit Schenker, als diese vor gut einem Jahr ankündigte, die Legislatur in Bern aussitzen zu wollen. Verschiedene Parteimitglieder, darunter der designierte Nachrücker Mustafa Atici, warfen Schenker Wortbruch vor. Abgemacht sei gewesen, dass Schenker vorzeitig Platz mache für Atici.

Rechsteiner selber trat 2010 unter dem Druck der Partei vorzeitig aus dem Nationalrat zurück. Wieso er gerade jetzt das Thema zumal mit solch giftigen Worten und dazu öffentlich aufgreift, bleibt sein Geheimnis. Gegenüber Radio SRF wollte er seinen Post nicht kommentieren.

Dafür gab es auf Facebook zahlreiche Kommentare, die Rechsteiners Attacke scharf verurteilen: «Geht's noch, Ruedi?», schrieb zum Beispiel alt Nationalrätin Christine Keller. Und auch ennet der Parteigrenze provozierte Rechsteiners Post Reaktionen: «Dein Kommentar ist so etwas von unterirdisch. Ich als Aussenstehender finde das Verhalten gewisser «Sozialisten» (inklusiv dir) gruusig!», liess sich CVP-Präsident Balz Herter vernehmen. SP-Präsident Pascal Pfister seinerseits bezeichnet Rechsteiners Attacke auf Anfrage als «alles andere als konstruktiv».

Nicht kommentieren will den Post die angegriffene Silvia Schenker selber. Sie bestätigt jedoch, dass sie seit langem innerhalb der Partei immer wieder unter Druck gesetzt werde. Dabei komme es auch vor, dass die Tonalität derjenigen von Rechsteiner gleiche. Das ändere jedoch nichts daran, dass sie die Legislatur im Nationalrat zu Ende machen werde. Dazu sei sie ihren Wählerinnen und Wählern gegenüber verpflichtet.

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6 Kommentare

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  • Kommentar von Theodor Weber (Thidoor)
    Immer wenn ich solche Geschichten höre verstehe ich all diejenigen jungen Menschen die der Politik nichts abgewinnen können. Es gibt zu viel Gründe nicht in die Politik einzusteigen. Wieviel von der Geschichte wahr ist und wer was gemacht und nicht gemacht hat spielt in der Wirkung keine Rolle. Was zählt ist der Eindruck die Art, die hier einen schalen Geschmack hinterlassen. Schade, Herr Rechsteiner.
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  • Kommentar von Charles Dupond (Egalite)
    Gewinnmaximierung ohne Ruecksicht auf den Gemeinnutz ist nicht mehr nur bei den Marionettenfaedenziehern der Politiker gefragt, sondern auch bei den Politikern selber. Um ein paar Monate laenger auch die offizielle Vergoldung des Parlamentssessels weiter kassieren zu koennen, wird der Sitzverlust der Partei mangels Bisherigenbonus des Nachrutschenden in Kauf genommen. Die SP sollte wie die SVP ParteiverraeterInnen und deren Komplizen konsequent aus der Partei ausschliessen....
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  • Kommentar von Ueli Lang (Wochenaufenthalter)
    Solche Abmachungen sind mehr als fragwürdig. Die Wähler haben Frau Schenker nicht gewählt, damit Sie nach zwei Jahren zurücktritt, um einem ungezählten Kandidaten Platz zu machen. Solche Trickli spielen mit der Glaubwürdigkeit der Politik.
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