Trotz Anbauverbot wächst in Basel Gen-Raps

Vor zwei Jahren fand das Kantonslabor erstmals solche Pflanzen. Seither hat sich der Gen-Raps zwar nicht ausgebreitet, er ist aber auch noch nicht ausgerottet.

Gelbes Rapsfeld unter bewölktem Himmel Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: In der Schweiz ist der Anbau von gentechnisch verändertem Raps verboten. Colourbox

In der Schweiz ist der Anbau von genmanipulierten Pflanzen verboten. Seit 2005 gilt das Gentech-Moratorium, welches das Schweizer Stimmvolk beschlossen hat. Dennoch wachsen auch hierzulande genveränderte Pflanzen - aus Versehen.

Im Kanton Basel-Stadt entdeckte das Kantonlabor vor zwei Jahren erstmals Gen-Raps. Am Bahnhof St. Johann und am Hafen Kleinhüningen wuchsen solche Pflanzen. Der Grund: An diesen Orten werden zahlreiche Güter umgeschlagen, unter ihnen auch Gen-Raps. Und beim Umlad fallen offenbar immer wieder Samen auf den Boden.

Keine weitere Ausbreitung

Seit diesen ersten Funden habe sich der Gen-Raps nicht weiter ausgebreitet, sagt Claudia Bagutti, Leiterin des Biosicherheitslabors, gegenüber dem «Regionaljournal Basel» von Radio SRF. Der Raps habe bisher aber auch nicht ausgerottet werden können. «Am Bahnhof St.Johann ist das Gebiet, wo Gen-Raps vorkommt, sehr klein und es ist auch nicht grösser geworden. Am Hafen Kleinhüningen haben wir im vergangenen Jahr unser Monitoring weiter ausgebreitet - und haben daher auch mehr Pflanzen gefunden.»

Für die Bekämpfung des Rapses zuständig sind die Firmen, die am Hafen oder am Bahnhof arbeiten. Sie haben vom Kantonslabor einen entsprechenden Auftrag. Der Gen-Raps muss dabei von Hand ausgerissen werden - eine andere Form von Bekämpfung gibt es nicht.

Für das Kantonslabor, das im Auftrag des Bundes an verschiedenen Standorten Proben nimmt, bleibt der Gen-Raps ein Dauerthema. «Es ist ein Prozess, der mehrere Jahre dauert. Es kann sein, dass man an einem Standort zwar alle Raps-Pflanzen ausgerissen hat, aber immer noch Samen auf der Erde liegen, die keimen können.» Das Kantonslabor wird daher auch in den kommenden Jahren sein Monitoring von diversen Waren-Umschlagsplätzen fortsetzen.